Razzien gegen Antifaschistinnen: Stadträtin Flach Gomez fordert Erklärung der Polizei
Antifaschismus wird kriminalisiert
Nach den Hausdurchsuchungen gegen Antifaschistinnen am 11. März 2026 fordert Nürnbergs Stadträtin Kathrin Flach Gomez (Die Linke) eine umfassende Erklärung des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Insgesamt 22 Wohnungen in Nürnberg, der Region und darüber hinaus wurden durchsucht. Grundlage ist laut Polizei der Vorwurf des Landfriedensbruchs im Zusammenhang mit der Gegendemonstration gegen einen rechten Aufmarsch am 26. April 2025, an der rund 2000 Menschen teilgenommen hatten.
Für Flach Gomez ist das Vorgehen der Polizei höchst problematisch: „Es wirkt wie der Versuch, antifaschistischen Protest einzuschüchtern. Wenn Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, Monate später mit Hausdurchsuchungen konfrontiert werden, stellt das das demokratische Engagement in dieser Stadt unter Generalverdacht.“
Polizeieinsatz gegen Gegendemonstrierende
Flach Gomez war selbst am 26. April 2025 bei der Demonstration vor Ort. „Ich habe damals einen martialischen und übergriffigen Polizeieinsatz gegen Gegendemonstrierende erlebt – mit Pfefferspray und körperlicher Gewalt. Nicht gegen die Rechten, sondern gegen Menschen, die gegen sie protestiert haben.“
Aufgrund dieser Beobachtungen brachte sie anschließend einen Stadtratsantrag zur Aufarbeitung von Polizeigewalt gegen Gegendemonstrierende ein.
Besonders Frauen betroffen
Nach aktuellem Kenntnisstand sind bei den Razzien besonders viele Frauen betroffen. Gleichzeitig gibt es seit Monaten Berichte von Aktivistinnen über gezielte Demütigungen bei Polizeieinsätzen – etwa Würgegriffe oder übergriffige körperliche Maßnahmen gegen Demonstrantinnen.
„Ich nehme diese Berichte sehr ernst. Die betroffenen Frauen schildern ihre Erfahrungen übereinstimmend und glaubwürdig. Ich glaube ihnen. Wenn sich solche Vorwürfe bestätigen, wäre das ein schwerer Missbrauch polizeilicher Macht.“
Nürnbergs historische Verantwortung
Für Flach Gomez ist klar: „Nürnberg war die Stadt der Reichsparteitage. Gerade hier darf antifaschistischer Protest nicht kriminalisiert werden. Wer sich gegen Rechtsextremismus stellt, verteidigt demokratische Grundwerte.“
Mit einem Antrag im Nürnberger Stadtrat fordert sie deshalb eine Erklärung der Polizei zu den Razzien sowie zum Umgang mit antifaschistischen Protesten.
„Der Stadtrat kann der Polizei keine Weisungen erteilen. Aber wir können klar sagen: Einschüchterung von Antifaschistinnen ist nicht akzeptabel.“

