Haushaltssperre: 40.000 Euro fürs Altstadtfest – aber kein Geld für Bücher und soziale Angebote?
Die Stadt will dem Altstadtfest trotz Haushaltssperre einen freiwilligen Zuschuss von 40.000 Euro gewähren. Die Linke beantragt zum Tagesordnungspunkt „Altstadtfest Nürnberg e.V. Gewährung eines Zuschusses für das 54. Nürnberger Altstadtfest 2026“, darauf zu verzichten und stattdessen zu prüfen, wo das Geld im sozialen oder Bildungsbereich dringender gebraucht wird.
„Wir reden hier nicht darüber, ob das Altstadtfest schön ist. Wir reden darüber, was einer Stadt wichtig genug ist, um dafür trotz Haushaltssperre Geld auszugeben“, erklärt Stadträtin Kathrin Flach Gomez. „Auch viele soziale Träger erhalten freiwillige Zuschüsse – sie finanzieren damit aber Beratung, Hilfe und Unterstützung, auf die Menschen dringend angewiesen sind. Freiwillig heißt eben nicht automatisch verzichtbar. Und Schulbildung besteht nicht nur aus dem Unterricht im Klassenzimmer, sondern auch aus kulturellen und sozialen Angeboten – wobei ich hierbei auch an die Schließung der beiden Schülertreffs erinnern möchte!
Beim Altstadtfest geht es dagegen um gastronomische Angebote, die sich viele Menschen in Zeiten steigender Preise gar nicht leisten können. Wir sagen deswegen klar: Wirtschaftliche Risiken privater Anbieter können nicht einfach bei der Allgemeinheit abgeladen werden! Wenn bei Bildung und sozialer Teilhabe jeder Euro dreimal umgedreht wird, gleichzeitig aber 40.000 Euro für eine solche Veranstaltung möglich sind, hat die Stadt ein offensichtliches Problem mit der Prioritätensetzung!“
