Die Linke Nürnberg: Kaufhof nicht verscherbeln – Sorgezentrum statt Verkaufsprozess
In der Stadtratssitzung am Mittwoch, 28. Januar 2026, wurde – gegen die Stimmen der Linken – beschlossen, ein Verfahren zu starten, das faktisch auf einen Verkaufsprozess hinausläuft. „Das ist absurd: Erst kauft die Stadt den Kaufhof, um Spekulation zu verhindern und Steuerungsfähigkeit zurückzugewinnen – und jetzt soll er möglichst gewinnbringend gemacht und dann verkauft werden“, kritisiert Stadträtin Kathrin Flach Gomez (Die Linke).
„Wenn im Verfahren der Kaufpreis und die ‘Wirtschaftlichkeit’ im Zentrum stehen, dann wird Stadtentwicklung wieder zur Verwertungslogik: Wer am meisten zahlt, bekommt den Zuschlag – und Gemeinwohl wird zur Randnotiz“, so Flach Gomez.
Flach Gomez warnt vor einer Wiederholung bekannter Fehlentwicklungen: „Beim ehemaligen Schocken-Areal – ebenfalls ein ehemaliges Kaufhaus – wurden Wohnungen versprochen. Heute haben wir mitten in der Stadt eine mit Wasser gefüllte Baugrube, die Ratten anzieht und im Sommer zur Mückenplage wird. Das ist doch das Ergebnis, wenn zentrale Standorte der Spekulation und dem Hin-und-her von Projektentwicklungen überlassen werden.“ Auch The Q zeigen: „Am Ende mietet sich die Stadt für sehr viel Geld wieder in Büroflächen ein. Das ist der teuerste Weg, öffentliche Aufgaben zu erfüllen.“
Die Linke fordert deshalb: Kaufhof im städtischen Eigentum halten und als Baustein einer sorgenden Stadt entwickeln. „Wir brauchen dort dauerhaft bezahlbare, barrierefreie Flächen für Pflege- und Gesundheitsangebote, Sozial- und Mieterberatung, Familien- und Nachbarschaftsräume – Orte ohne Konsumzwang. Das kann wirtschaftlich funktionieren: mit einem klugen Nutzungsmix und Quersubvention im Gebäude – aber ohne Verkauf“, sagt Flach Gomez.

