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Schülertreffs erhalten – sozialpädagogische Angebote sichern

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

 

die angekündigte Schließung der beiden letzten städtischen Schülertreffs am Ritter-von

Schuh-Platz (Annapark) sowie an der Ambergerstraße zum Ende des Schuljahres 2025/26

hat bei Eltern, Beschäftigten, Fachkräften und vielen Menschen in den betroffenen

Stadtteilen große Sorge ausgelöst.

Die Schülertreffs leisten seit vielen Jahren wichtige sozialpädagogische Arbeit und sind für zahlreiche Kinder, Jugendliche und Familien ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Sie bieten nicht nur Betreuung nach der Schule, sondern schaffen verlässliche Anlaufstellen, Schutzräume und Orte des sozialen Lernens. Gerade Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Unterstützungsbedarf profitieren von der engen pädagogischen Begleitung, der Hausaufgabenhilfe sowie der Unterstützung bei Konflikten und Alltagsproblemen. 

Die von der Stadt genannten Alternativen können die Schülertreffs nicht gleichwertig ersetzen. Offene Jugendtreffs und schulische Ganztagsangebote erfüllen andere Aufgaben und verfügen nicht über dieselben pädagogischen Strukturen und Unterstützungsangebote. Viele Eltern weisen darauf hin, dass die Einrichtungen wesentlich zur Entlastung von Familien beitragen und jungen Menschen Stabilität und Orientierung bieten. Zugleich steht die geplante Schließung im Widerspruch zu den eigenen Leitlinien des Referats für Jugend, Familie und Soziales. 

Die Stadt Nürnberg formuliert selbst den Anspruch, Benachteiligungen abzubauen, Familien zu stärken sowie Teilhabe und gute Perspektiven für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe senden daher das falsche Signal.

Vor diesem Hintergrund stellt die Stadtratsfraktion Die Linke folgenden Antrag: 

1. Die Verwaltung wird beauftragt, Maßnahmen vorzulegen, die den dauerhaften Erhalt der beiden städtischen Schülertreffs sicherstellen. 

2. Die Verwaltung berichtet, welche Möglichkeiten zur Finanzierung und Sicherung der Einrichtungen bestehen und welche Alternativen zu einer Schließung geprüft wurden beziehungsweise geprüft werden können. 

Begründung: 

Die Schülertreffs erfüllen einen eigenständigen sozialpädagogischen Auftrag und sind weit mehr als reine Freizeitangebote. Sie bieten verlässliche Betreuung, pädagogische Begleitung, Hausaufgabenhilfe und Unterstützung im Alltag. Gleichzeitig schaffen sie geschützte Räume, fördern soziale Kompetenzen und entlasten Familien. Gerade in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen sind solche niedrigschwelligen Angebote unverzichtbar. 

Kinder- und Jugendarbeit ist keine freiwillige Luxusleistung, sondern eine Investition in gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildungsgerechtigkeit und Prävention. Die geplanten Einsparungen stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu den möglichen sozialen Folgen der Schließung. Besonders betroffen wären Kinder und Jugendliche, die bereits heute auf Unterstützung angewiesen sind. 

Statt Angebote der Kinder- und Jugendhilfe abzubauen, braucht Nürnberg eine Stärkung sozialer Infrastruktur und verlässliche Unterstützung für junge Menschen und ihre Familien. 

Mit freundlichen Grüßen 

Susanne Horn;  Simon Zeitler; Titus Schüller

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