Dringlichkeitsantrag zur Ausstattung der Nürnberger Schulen mit Seife und Handtüchern in den Klassenräumen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister König,
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, sicherzustellen, dass alle Nürnberger Schulen in ihren Klassenräumen mit grundlegenden Hygieneartikeln, insbesondere mit flüssiger Handseife und Handtüchern bzw. hygienischen Trocknungsmöglichkeiten, ausgestattet werden.
Zudem soll die bisherige Praxis, die Ausstattung der Klassenräume mit Seife und Handtüchern nicht mehr vorzusehen, überprüft und im Sinne der Gesundheitsvorsorge und Infektionsprävention überarbeitet werden.
Begründung:
- Die Dringlichkeit ist gegeben, da mit Herbstbeginn die Grippe- und Erkältungssaison ansteht.
- Der Gesamtelternbeirat der Nürnberger Schulen (GEB) sowie der Nürnberger Elternverband (NEV) haben sich in einem offenen Brief vom 17. Oktober 2025 mit der dringenden Bitte an die Stadt Nürnberg gewandt, die Ausstattung der Klassenzimmer mit grundlegenden Hygieneartikeln sicherzustellen.
Die Entscheidung, auf eine Ausstattung mit Seife und Handtüchern in Klassenräumen künftig zu verzichten, ist aus Sicht der Elternvertretungen und auch aus Sicht der Stadtratsfraktion Die Linke weder sachgerecht noch verantwortbar.
Hygiene ist ein zentraler Bestandteil von Gesundheitsvorsorge und Infektionsschutz – insbesondere in Bildungseinrichtungen, in denen Kinder täglich viele Stunden in engem Kontakt miteinander verbringen. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben deutlich gezeigt, wie wichtig eine konsequente Handhygiene für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist.
Allein Waschmöglichkeiten in Toilettenräumen reichen für die große Zahl von Schülerinnen und Schülern nicht aus, um eine regelmäßige und hygienische Handreinigung zu gewährleisten. Darüber hinaus werden Waschbecken in Klassenzimmern – gerade an Grundschulen – auch für den Unterricht selbst benötigt, etwa beim Malen mit Wasserfarben oder im Werkunterricht.
Im Gespräch mit Lehrkräften haben wir außerdem erfahren, dass vielerorts Lehrkräfte Seife und Handtücher aus eigener Tasche kaufen, um die Grundhygiene im Klassenraum sicherzustellen. Teilweise werden auch Eltern gebeten, Seife und Papiertücher zu spenden, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Das ist weder zumutbar noch akzeptabel.
Die Verantwortung für eine angemessene Hygieneausstattung liegt beim Sachaufwandsträger, also bei der Stadt Nürnberg. Es darf nicht Aufgabe der Schulen, Lehrkräfte oder Eltern sein, eine Grundversorgung zu gewährleisten, die zur gesundheitlichen Sicherheit der Kinder und Beschäftigten gehört.
Die Linke teilt ausdrücklich die Positionen des Gesamtelternbeirats, des Nürnberger Elternverbands sowie des Nürnberger Lehrer- und Lehrerinnenverbands (NLLV) und fordert die Stadt Nürnberg auf, die bestehende Regelung umgehend zu revidieren und für eine verbindliche, stadtweite Grundausstattung mit Seife und Handtüchern in allen Klassenräumen zu sorgen.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Flach Gomez Titus Schüller
