Antrag: Öffentlichkeitskampagne zur Förderung des Umweltverbunds: „Nürnberg neu erfahren: Mehr Platz, mehr Leben, weniger Auto.“
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Die Stadt Nürnberg initiiert eine stadtweite Öffentlichkeitskampagne unter dem Titel „Nürnberg neu erfahren: Mehr Platz, mehr Leben, weniger Auto“, die über die Folgen des motorisierten Individualverkehrs aufklärt und die Vorteile des Umweltverbunds (ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr) herausstellt. Ziel ist es, die Bereitschaft zum freiwilligen Verzicht auf das Auto zu stärken und damit zu einer lebenswerten, gesunden und klimafreundlichen Stadt beizutragen - nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung.
Begründung:
Die aktuellen Daten der städtischen VAG zeigen eindrücklich: Trotz eines historischen Höchststands bei der Nutzung des Umweltverbunds und einem ÖPNV-Marktanteil von 25 Prozent ist die Zahl der zugelassenen Pkw in Nürnberg seit 1998 um 43 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wird über die Hälfte der privaten Pkw im Alltag überhaupt nicht oder nur einmal täglich bewegt.
Gleichzeitig zeigt die Mobilitätsanalyse:
- 89 % der Nürnberger*innen empfinden die Folgen des Straßenverkehrs als nicht mehr erträglich.
- 68 % bewegen sich bereits im Umweltverbund fort.
- 63 % der Autofahrten im Binnenverkehr wären auf andere Verkehrsmittel verlegbar.
- Für jede prinzipiell ersetzbare Pkw-Fahrt bestehen durchschnittlich 1,4 Alternativen im Umweltverbund.
Diese Zahlen machen deutlich: Der Wille zur Veränderung ist in der Bevölkerung längst vorhanden. Was fehlt, ist eine gezielte städtische Unterstützung beim tatsächlichen Umstieg.
Die Stadt Nürnberg sollte diese Dynamik nutzen und verstärken. Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne kann dabei helfen, die „Normalität“ des täglichen Autofahrens zu hinterfragen und positive Narrative für eine mobile, autofreie Stadtgesellschaft zu entwickeln.
Die Kampagne „Nürnberg neu erfahren: Mehr Platz, mehr Leben, weniger Auto“ sollte folgende Ziele verfolgen:
- Sichtbarkeit für die bereits heute hohe Attraktivität von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr schaffen.
- Den ökologischen und gesundheitlichen Nutzen des Verzichts auf das Auto kommunizieren.
- Menschen motivieren, das eigene Mobilitätsverhalten zu reflektieren.
- Alltagsnahe Tipps und Informationen bereitstellen (z. B. zu Fahrplänen, sicheren Radwegen, Mobilitätsstationen, Leihsystemen).
Die Kampagne soll in Zusammenarbeit mit den städtischen Mobilitätsakteur*innen (VAG, Stadt Nürnberg, Umweltreferat, Radentscheid etc.) entwickelt und über mehrere Monate hinweg über Print, Social Media, Plakatflächen und Veranstaltungen ausgespielt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Flach Gomez
