Umwelt schüt­zen – nicht die Kon­zer­ne!


MEHR Schutz für die Umwelt, nicht für die Kon­zer­ne

 

Mit sei­nen Ber­gen, Fel­dern, Wäl­dern, Wie­sen, Seen und Flüs­sen ist Bay­ern ein wun­der­schö­nes Land. Aber die Groß­kon­zer­ne beu­ten unse­re Umwelt aus und ver­schmut­zen die Natur. Mit Flä­chen­ver­sie­ge­lung, Mono­kul­tu­ren, Luft- und Was­ser­ver­schmut­zung machen Groß­kon­zer­ne in Bay­ern Rekord­ge­win­ne. Ob Gam­mel­fleisch, Che­mie­ab­fäl­le oder Die­sel­skan­dal – DIE LINKE. Bay­ern will Berei­che­rung auf Kos­ten unse­rer Umwelt kon­se­quent bestra­fen und end­lich wirk­sa­me Kli­ma­schutz­maß­nah­men durch­set­zen.

Öko­lo­gi­scher Umbau – für ein lebens­wer­tes Bay­ern

Intak­te Lebens­grund­la­gen sowie eine öko­lo­gi­sche, nach­hal­ti­ge und gerech­te Nut­zung der Res­sour­cen sind für DIE LINKE untrenn­bar mit der sozia­len Gestal­tung unse­rer Gesell­schaft ver­knüpft. Des­halb sind für uns Öko­lo­gie, Natur‑, Kli­ma- und Umwelt­schutz Teil einer sozia­len und soli­da­ri­schen Gesell­schaft. Dar­über hin­aus ach­tet DIE LINKE den Eigen­wert der Natur. Denn Pflan­zen und Tie­re sowie Bio­to­pe oder Land­schaf­ten sind auch dann schutz­be­dürf­tig, wenn sie kei­nen erkenn­ba­ren Nut­zen für die Men­schen haben. Unse­re Par­tei tritt zudem für einen kon­se­quen­ten Tier­schutz und Tier­rech­te ein. Die wich­tigs­te Bedro­hung für die Umwelt welt­weit sind der fort­schrei­ten­de Kli­ma­wan­del und die Zer­stö­rung der natür­li­chen Lebens­räu­me. Seit über 60 Jah­ren wird der Agrar­sek­tor bei uns – genau wie die ande­ren Wirt­schafts­be­rei­che – nach dem kapi­ta­lis­ti­schen Prin­zip „Wach­sen oder Wei­chen“ getrimmt. Das bewirkt nicht nur, dass immer mehr klei­ne bis mitt­le­re Höfe auf­ge­ben und ihre Flä­chen an Grö­ße­re abge­ben müs­sen, son­dern auch, dass gan­ze dörf­li­che Struk­tu­ren in Bay­ern zer­stört wer­den. Fel­der, Wäl­der und Hof­stel­len wer­den zu Agrar­fa­bri­ken und Gewer­be­ge­bie­ten. DIE LINKE in Bay­ern hängt zwar kei­nem nost­al­gi­schen Hei­mat­be­griff an, sie kämpft aber mit den Men­schen in der Regi­on für ihr gesi­cher­tes Aus­kom­men und  den Zusam­men­halt in ihren Wohn­or­ten, ohne dass sie in die Bal­lungs­räu­me pen­deln müs­sen. DIE LINKE will klei­ne­re bäu­er­li­che Betrie­be bei Zusam­men­schlüs­sen und Bil­dung von Genos­sen­schaf­ten finan­zi­ell för­dern und unter­stüt­zen.

Bay­ern, das die CSU gern „mit Lap­top und Leder­ho­se“ sieht und als Vor­stu­fe zum Para­dies betrach­tet, ist Bun­des­land eines der größ­ten Indus­trie­staa­ten der Erde. Als sol­ches muss es einen spür­ba­ren Anteil für die Ver­ant­wor­tung für die Zukunft unse­res Pla­ne­ten über­neh­men. Der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck unse­rer wachs­tums- und pro­fit­ori­en­tier­ten Wirt­schafts- und Kon­sum­wei­se ist unak­zep­ta­bel hoch.

Denn sowohl der Pro-Kopf-Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen als auch der Ver­brauch von Res­sour­cen liegt hier­zu­lan­de um ein Viel­fa­ches höher als in Ent­wick­lungs­län­dern. Für den Ver­brauch von Roh­stof­fen und Ener­gie muss glei­cher­ma­ßen gel­ten: ver­mei­den, Effi­zi­enz erhö­hen, nicht erneu­er­ba­re durch erneu­er­ba­re Res­sour­cen erset­zen, geplan­te Schwach­stel­len ver­bie­ten. Eine Dis­kus­si­on über Sinn und Zweck von Wachs­tum wie über unse­re Kon­sum­ge­wohn­hei­ten ist des­halb zwin­gend not­wen­dig.

DIE LINKE wen­det sich gegen Schein­lö­sun­gen und Hoch­ri­si­ko­tech­no­lo­gi­en, auf die die Staats­re­gie­rung setzt, wie etwa die Atom­for­schung, die Agro­gen­tech­nik oder die Abschei­dung und unter­ir­di­sche Ver­pres­sung von Kraft­werks­emis­sio­nen. Fer­ner gilt es, die ursprüng­li­che bio­lo­gi­sche Viel­falt zu bewah­ren bzw. wie­der her­zu­stel­len und eine wei­te­re Zer­stö­rung der baye­ri­schen Land­schaf­ten zu ver­hin­dern. Ein wei­te­res Pro­blem sind die vie­len frei ver­käuf­li­chen Pro­duk­te mit Nano-Teil­chen und Mikro­plas­tik, deren Zahl sich stän­dig erhöht und deren Gefähr­dungs­po­ten­ti­al für Mensch und Umwelt bereits belegt ist.

Gera­de wenn es um den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en geht, mel­den sich aus den Rei­hen von CDU/CSU, FDP und AfD ver­meint­li­che Sach­wal­ter des „Klei­nen Man­nes“ zu Wort, die davor war­nen, dass die Ener­gie­wen­de für Gering­ver­die­nen­de zu teu­er wird und des­halb nicht statt­fin­den darf. Das sind genau die Kräf­te, die die Armut in Deutsch­land durch Dum­ping­löh­ne, pre­kä­re Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se und Sozi­al­leis­tun­gen, die den Namen nicht ver­die­nen, beför­dern. Eine nach­hal­ti­ge Umwelt‑, Ener­gie- und Ver­kehrs­po­li­tik kann nur gelin­gen, wenn die Poli­tik ins­ge­samt dar­auf aus­ge­rich­tet ist, Armut zu bekämp­fen.

Kli­ma schüt­zen, Ener­gie umbau­en – sozi­al und öko­lo­gisch

DIE LINKE unter­stützt die wei­te­re För­de­rung inno­va­ti­ver und kli­ma­scho­nen­der Tech­ni­ken zur Ener­gie­er­zeu­gung in Bay­ern. Im Unter­schied zu ande­ren Par­tei­en ver­bin­den wir damit die For­de­rung, dass mit dem ver­stärk­ten Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gi­en ein sozia­ler Fort­schritt ein­her­geht. Für die immer häu­fi­ger pro­pa­gier­te „Green Eco­no­my“ trifft das kei­nes­falls zu, denn sie blen­det Herr­schafts- und Aus­beu­tungs­ver­hält­nis­se völ­lig aus. „Grü­ner“ Agro-Sprit aus tro­pi­schen Palm­öl­plan­ta­gen bei­spiels­wei­se för­dert Ent­eig­nun­gen von Bau­ern („Land-Grab­bing“) und Aus­beu­tung der Land­be­völ­ke­rung. Wir leh­nen Fracking („“) ent­schie­den ab.

Gegen die Wert- und Preis­lo­gik des grü­nen Kapi­ta­lis­mus setzt DIE LINKE auf den sozi­al-öko­lo­gi­schen Umbau aller Wirt­schafts­be­rei­che. Wir unter­stüt­zen daher eine dezen­tra­le Ener­gie­er­zeu­gung, an der die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher selbst betei­ligt sind. Neben Klein­an­la­gen kön­nen es auch grö­ße­re, genos­sen­schaft­lich und kom­mu­nal ver­wal­te­te Anla­gen sein.

Mit Windkraft‑, Solar- und Kraft-Wär­me-Kopp­lungs­an­la­gen (KWK und Spei­cher) schaf­fen wir so neue regio­na­le Wert­schöp­fung und befrei­en uns aus der Feu­dal­herr­schaft der Ener­gie­kon­zer­ne. DIE LINKE steht für einen schritt­wei­sen bun­des­wei­ten Aus­stieg aus der Koh­le bis spä­tes­tens 2035, der unver­züg­lich mit der Abschal­tung der 20 dre­ckigs­ten Koh­lemei­ler ein­ge­lei­tet wer­den muss. Die Staats­re­gie­rung soll auf Bun­des­ebe­ne den Koh­le­aus­stieg und die Finan­zie­rung des Struk­tur­wan­dels in den Revie­ren unter­stüt­zen. Dies wäre nicht nur ein Bei­trag für den Kli­ma­schutz. Die Abschal­tun­gen wür­den auch einen Teil jener Höchst­span­nungs­tras­sen über­flüs­sig machen, wel­che aus dem Nor­den nach Bay­ern füh­ren sol­len. Denn die­se wer­den nach gegen­wär­ti­gen Pla­nun­gen zu einem gro­ßen Teil auch für Koh­le­strom­lie­fe­run­gen nach Süd­eu­ro­pa genutzt.

DIE LINKE for­dert ein gerech­te­res Preis­sys­tem für Ener­gie. Die EEG-Umla­ge muss refor­miert wer­den: Vie­le Aus­nah­men, die die Indus­trie von der Zah­lung der Umla­ge zu Las­ten der Ver­brau­cher befrei­en, müs­sen ent­fal­len. Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher, die Ihre Rech­nung nicht bezah­len kön­nen, dür­fen nicht vom Netz getrennt wer­den.

Wir wol­len die Grund­ver­sor­gung sicher­stel­len und Ver­schwen­dung ein­däm­men: Ener­gie­ver­sor­ger sol­len dazu ver­pflich­tet wer­den, einen Sockel­ta­rif für Strom ein­zu­füh­ren, durch den jeder Pri­vat­haus­halt ein kos­ten­lo­ses, an der Haus­halts­grö­ße ori­en­tier­tes Grund­kon­tin­gent an Strom erhält. Die­ses soll deut­lich nied­ri­ger als der durch­schnitt­li­che Ver­brauch lie­gen. Über dem kos­ten­lo­sen Kon­tin­gent sol­len die Prei­se über heu­ti­ges Niveau stei­gen. Unter dem Strich soll sich somit bei Durch­schnitts­ver­bräu­chen nichts ändern, wäh­rend ein nied­ri­ge­rer Ver­brauch stär­ker belohnt und ein über­durch­schnitt­li­cher Ver­brauch stär­ker belas­tet wer­den soll. Für Haus­hal­te mit hohen spe­zi­fi­schen Strom­ver­bräu­chen auf­grund von Nacht­spei­cher­hei­zun­gen oder einer elek­tri­schen Warm­was­ser­be­rei­tung muss es zusätz­li­che Grund­kon­tin­gen­te geben. Dabei ist eine mög­lichst rasche Umstel­lung auf öko­lo­gisch und öko­no­misch güns­ti­ge­re Hei­zun­gen anzu­stre­ben. Über­dies ist es erfor­der­lich, Maß­nah­men zur Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del zu ergrei­fen, der Bay­ern in beson­de­rer Wei­se betrifft.

In den baye­ri­schen Alpen fiel die Erwär­mung, wie im gesam­ten Alpen­raum, dop­pelt so hoch aus wie im glo­ba­len Durch­schnitt. Bis Ende des Jahr­hun­derts wird es kaum noch Alpen­glet­scher geben. In Bay­ern ist jetzt schon mit nie­der­schlags­är­me­ren und hei­ße­ren Som­mern und deut­lich nie­der­schlag­rei­che­ren Win­tern zu rech­nen. Das Land muss sich auf ein Abtau­en gro­ßer Berei­che des alpi­nen Dau­er­frost­bo­dens und auf Stark­re­ge­n­er­eig­nis­se ein­stel­len. Die Lebens­räu­me vie­ler Arten wer­den sich ver­schie­ben.

DIE LINKE for­dert den voll­stän­di­gen Aus­stieg aus der Atom­kraft auch in Bay­ern bis Ende 2020. Für die Kos­ten der Atom­ener­gie­nut­zung müs­sen die Atom­kon­zer­ne in die Ver­ant­wor­tung genom­men wer­den. Die Suche nach einem ato­ma­ren End­la­ger muss trans­pa­rent und ergeb­nis­of­fen erfol­gen. Im Stand­ort­aus­wahl­ge­setz sind aus­rei­chen­de Betei­li­gungs- und Kla­ge­rech­te zu ver­an­kern. Auch wenn die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en im Frei­staat künf­tig deut­lich schnel­ler wach­sen als bis­lang, wird in Bay­ern der Bau eini­ger fle­xi­bler Gas­kraft­wer­ke aus Aus­gleich für weg­fal­len­de AKW-Kapa­zi­tä­ten unver­meid­bar sein. Der beschleu­nig­te Aus­stieg aus der Atom­ener­gie ist für Bay­ern eine gro­ße Chan­ce. Das Land muss sich als Inno­va­ti­ons­mo­tor für Ener­gie­ef­fi­zi­enz, rege­ne­ra­ti­ve Ener­gi­en und moder­ne Ener­gie­ma­nage­ment­sys­te­me pro­fi­lie­ren. Ein Neu­bau von Koh­le­kraft­wer­ken als Ersatz­ka­pa­zi­tä­ten wäre dage­gen ein Weg in die Ver­gan­gen­heit und ein Schlag gegen den Kli­ma­schutz. DIE LINKE in Bay­ern lehnt ihn des­halb ab. Glei­ches gilt für Betei­li­gun­gen von baye­ri­schen Stadt­wer­ken und öffent­li­chen Ban­ken an Atom- und Koh­le­kraft­wer­ken in ande­ren Bun­des­län­dern. Dage­gen kön­nen dezen­tra­le Block­heiz­kraft­wer­ke auf Gas-Basis und Mini-KWK-Anla­gen einen Bei­trag zur Sys­tem­in­te­gra­ti­on der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en leis­ten, wenn vie­le von ihnen zusam­men­ge­schal­tet und strom­ge­führt zen­tral gesteu­ert wer­den. Sie kön­nen so einen Teil der schwan­ken­den Ein­spei­sung von Strom aus Wind und Son­ne abfe­dern.

Wir hal­ten den weit über­di­men­sio­niert geplan­ten Aus­bau der Strom­über­tra­gungs­net­ze für tech­nisch nicht not­wen­dig und wen­den uns dage­gen. Wir leh­nen den Aus­bau der Strom­über­tra­gungs­net­ze sowohl durch Frei­lei­tun­gen als auch durch Erd­ka­bel ab. Wäh­rend auf nied­ri­ger und mitt­le­rer Span­nungs­ebe­ne die Ver­le­gung von Strom­ka­beln unter die Erde kei­ne tech­ni­schen Pro­ble­me dar­stellt, ver­wei­sen wir bei den viel leis­tungs­stär­ke­ren und grö­ße­ren Höchst­span­nungs-Erd­ka­beln auf bis­lang unzu­rei­chen­de Erfah­run­gen. Die unter­ir­di­schen Strom-Auto­bah­nen wer­den die Kos­ten des Netz­aus­baus um ca. 8 bis 10 Mil­li­ar­den Euro im Ver­gleich zu Frei­lei­tun­gen ver­teu­ern. Da das auf die Strom­ta­ri­fe umge­legt wird, kom­men auf den Durch­schnitts­haus­halt Mehr­kos­ten bis zu 10 Euro im Jahr zu. Ein typi­scher Indus­trie­be­trieb muss dem­nach bis zu 160000 und eine Gewer­be­fir­ma bis zu 11 000 Euro zusätz­lich auf­brin­gen.

Da wir die Ener­gie­wen­de sozi­al ver­träg­lich und im Sin­ne einer regio­na­len Ener­gie­er­zeu­gung gestal­ten wol­len, leh­nen wir daher den Aus­bau der Strom­über­tra­gungs­net­ze in jeg­li­cher Form ab. Sie wider­spre­chen einer dezen­tra­len und rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­ver­sor­gung und die­nen nur einer wei­te­ren Libe­ra­li­sie­rung des Strom­mark­tes in Euro­pa sowie der Durch­lei­tung von Koh­le­strom. Da die Ren­di­ten der Netz­be­trei­ber gesetz­lich garan­tiert wer­den, wer­den Inter­es­sen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in kei­ner Wei­se berück­sich­tigt, son­dern die mas­si­ven Kos­ten auf Klein­kun­den und den Mit­tel­stand abge­wälzt.

DIE LINKE for­dert die Rück­füh­rung des Über­tra­gungs­strom­net­zes in die öffent­li­che Hand sowie die Rekom­mu­na­li­sie­rung der Erzeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten bei Stadt­wer­ken, sowie eine Stär­kung und Betei­li­gung von Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaf­ten. DIE LINKE wird im Land­tag dafür ein­tre­ten, Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen, die den Rück­kauf von Stadt­wer­ke­an­tei­len von pri­va­ten Ener­gie­ver­sor­gern beför­dern. Wir wol­len Öko­stadt­wer­ke und Bür­ger­en­er­gie statt Oli­go­pol-Abspra­chen, Preis­miss­brauch und Struk­tur­kon­ser­va­ti­vis­mus der über­kom­me­nen fos­sil-ato­ma­ren Ener­gie­lob­by. So las­sen sich auch am ein­fachs­ten inno­va­ti­ve Stra­te­gi­en zur Ener­gie­ein­spa­rung und zum Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gi­en ent­wi­ckeln und umset­zen.

Wir unter­stüt­zen das Ziel des Bun­des Natur­schutz, nach dem künf­tig min­des­tens 50 Pro­zent des baye­ri­schen Stroms von Bür­ger­ge­sell­schaf­ten oder öffent­li­chen Trä­gern (Stadt­wer­ke) kom­men soll. DIE LINKE stemmt sich dage­gen, ärme­re Haus­hal­te von einem ange­mes­se­nen Wär­me- und Strom­ver­brauch aus­zu­schlie­ßen. Des­halb sind wir auch für ein Ver­bot von Strom­ab­schal­tun­gen. Der Staats­re­gie­rung bzw. dem baye­ri­schen

Land­tag kommt dabei die Auf­ga­be zu:

  • unver­züg­lich die 10-H-Rege­lung abzu­schaf­fen, die das Poten­ti­al zum Wind­kraft-Aus­bau absurd ver­klei­nert und den Öko­strom-Aus­bau mas­siv behin­dert.
  • dar­auf hin­zu­wir­ken, dass Gas­kraft­wer­ke nicht mehr ohne Abwär­me­nut­zung und Wär­me­kon­zept gebaut wer­den dür­fen.
  • durch finan­zi­el­le Anrei­ze, Auf­klä­rung, Infor­ma­ti­on und Kenn­zeich­nungs­pflich­ten die Anschaf­fung von strom­spa­ren­den Haus­halts­ge­rä­ten (Ener­gie­ef­fi­zi­enz­klas­se A+++ oder neu­er) in pri­va­ten Haus­hal­ten zu beför­dern.
  • die Ener­gie­agen­tur Bay­ern („Ener­gie inno­va­tiv“) beim Staats­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Medi­en, Ener­gie und Tech­no­lo­gie so aus­zu­rich­ten, dass kom­mu­na­le Ener­gie­agen­tu­ren unter ande­rem dar­in unter­stützt wer­den, Haus­hal­ten mit nied­ri­gen Ein­kom­men kos­ten­freie Ener­gie­be­ra­tun­gen anzu­bie­ten.
  • das Kli­ma­schutz­pro­gramm „Bay­ern 2050“ zu for­cie­ren.
  • bei der Beschaf­fung für die öffent­li­che Hand und bei öffent­li­chen Inves­ti­tio­nen beson­ders ener­gie­spa­ren­de Gerä­te und Bau­wei­sen vor­zu­schrei­ben.

Im Bun­des­durch­schnitt wer­den rund 40 Pro­zent der Treib­haus­gas­emis­sio­nen im Gebäu­de­be­reich erzeugt, ins­be­son­de­re bei der Raum­hei­zung und Warm­was­ser­be­reit­stel­lung. Dar­um muss die Wär­me­däm­mung nicht nur bei Neu­bau­ten, son­dern auch im Gebäu­de­be­stand deut­lich ver­bes­sert wer­den.

DIE LINKE hat sich zum Ziel gesetzt:

  • tat­säch­lich 10 000 Häu­ser im Jahr mit För­de­rung des Frei­staats ener­ge­tisch zu sanie­ren, da das 10 000-Häu­ser-Pro­gramm zur ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung mit nur 1300 Fäl­len in der För­de­rung im Jahr 2017 ein Eti­ket­ten­schwin­del der CSU ist.
  • ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen sozi­al abzu­si­chern, dass sie nicht zu Ver­drän­gun­gen oder Armut bei Mie­te­rin­nen und Mie­tern füh­ren; nach der ener­ge­ti­schen Sanie­rung dür­fen die umge­leg­ten Kos­ten der Sanie­rung nicht höher aus­fal­len als die ein­ge­spar­ten Heiz­kos­ten („warm­mie­ten­neu­tral“).
  • den Voll­zug der gel­ten­den Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) und die dazu gehö­ren­den Bau­kon­trol­len deut­lich zu ver­bes­sern.
  • das Aus­tausch­pro­gramm für inef­fi­zi­en­te Heiz­kes­sel („Hei­zungs­tausch-Plus“) fort­zu­füh­ren und nicht ein­zu­stel­len, da auch hier beson­ders preis­wer­te CO2-Ein­spar­po­ten­zia­le lie­gen.
  • ein Aus­tausch­pro­gramm für Nacht­spei­cher­öfen auf­zu­le­gen um die­se beson­ders kli­ma­schäd­li­che Art der Wär­me­be­reit­stel­lung zu been­den.
  • den Bau von Nied­rig­ener­gie- und Pas­siv­häu­sern zu för­dern.
  • über den Bun­des­rat tätig zu wer­den um das Mie­ter­recht dahin­ge­hend zu ändern, dass zum einen die Moder­ni­sie­rungs­um­la­ge abge­schafft und durch einen öko­lo­gi­schen Miet­spie­gel ersetzt wird, und zum ande­ren Miet- bzw. Neben­kos­ten­ab­schlä­ge mög­lich gemacht wer­den, sofern sich Haus­ei­gen­tü­mer einer sinn­vol­len Wär­me­sa­nie­rung ver­wei­gern.
  • sich im Bun­des­rat dafür ein­zu­set­zen, dass eine steu­er­li­che För­de­rung der ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung ermög­licht wird. Sie ist als Abzug von der Steu­er­schuld (also nicht von der Bemes­sungs­grund­la­ge) zu gestal­ten, damit Per­so­nen mit nied­ri­ge­rem Ein­kom­men nicht gegen­über Per­so­nen mit höhe­rem Ein­kom­men benach­tei­ligt wer­den.

Ener­gie­ge­win­nung aus Bio­mas­se ist nur sinn­voll, wenn nur Gül­le und land­wirt­schaft­li­che Rest­stof­fe zur Beschi­ckung der Anla­gen ver­wen­det wer­den oder Res­te aus der Holz­ver­ar­bei­tung, nicht als Nutz­holz geeig­ne­tes Wald­holz, Stroh und Alt­holz in Bio­mas­se­heiz­kraft­wer­ken (BMHKW) und Pyro­ly­se-Anla­gen. Nach­wach­sen­de Roh­stof­fe zur Bio­ga­ser­zeu­gung sind zurück zu fah­ren bzw. durch mehr­jäh­ri­ge Kul­tu­ren von Blüh­pflan­zen zu erset­zen. DIE LINKE wen­det sich gegen die „Ver­mai­sung“ der Land­schaft zu Guns­ten der Ener­gie­er­zeu­gung. Sie wen­det sich zudem dage­gen, aus tro­pi­schen Län­dern Agro­kraft­stof­fe oder Palm­öl zu impor­tie­ren, weil die­se zum Groß­teil im Zusam­men­hang mit Raub­bau an Tro­pen­wäl­dern und Ver­trei­bun­gen von indi­ge­nen Völ­kern und Klein­bau­ern pro­du­ziert wer­den.

Pro­ble­me gibt es bis­her noch bei der Spei­che­rung des Stroms aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en. Wenn bis 2040 100 Pro­zent des Strom­be­darfs aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en gewon­nen wer­den soll, braucht Deutsch­land bis dahin eine elek­tri­sche Spei­cher­ka­pa­zi­tät von 100 Tera­watt­stun­den. Pump­spei­cher­wer­ke kön­nen nur einen gerin­gen Teil des künf­tig erfor­der­li­chen Spei­cher­vo­lu­mens über­neh­men. Bay­ern soll­te als Inno­va­ti­ons­land füh­rend bei der Ent­wick­lung und der Markt­über­füh­rung von „Power-to-Gas“-Systemen wer­den. Zeit­wei­se über­schüs­si­ger Öko­strom kann so in Was­ser­stoff umge­wan­delt und gespei­chert oder unter Nut­zung von Koh­len­stoff­di­oxid in einer nach­ge­schal­te­ten Metha­ni­sie­rung in Methan über­führt und anschlie­ßend in das Erd­gas­netz ein­ge­speist wer­den. Das Gas­netz hat bereits eine Spei­cher­ka­pa­zi­tät von 220 Tera­watt­stun­den che­mi­scher Ener­gie. Bei Wind­flau­ten und Dun­kel­heit kann durch hoch­ef­fi­zi­en­te Gas­kraft­wer­ke mit KWK die Ener­gie rück­ver­stromt und zusätz­lich Wär­me gewon­nen wer­den. Dies sorgt für eine höhe­re Ver­sor­gungs­si­cher­heit als sie durch die ver­fehl­te Tras­sen­po­li­tik ver­spro­chen wird.

Die Staats­re­gie­rung und der Land­tag Bay­ern ste­hen fer­ner vor der Auf­ga­be:

  • Initia­ti­ven zu ergrei­fen, die die Blo­ckie­rung des Wind­ener­gie­aus­baus durch angeb­li­che Anfor­de­run­gen mili­tä­ri­scher Ein­rich­tun­gen (Radar­an­la­gen etc.) been­den.
  • die natur­ver­träg­li­che Gestal­tung der bestehen­den gro­ßen Was­ser­kraft­wer­ke mit genü­gend Rest­was­ser­men­gen, Fisch­wan­der­hil­fen und Schutz von Gewäs­ser­or­ga­nis­men vor der Tur­bi­nen­pas­sa­ge zu unter­stüt­zen und – ent­ge­gen den Pla­nun­gen der Staats­re­gie­rung – aus Natur­schutz­grün­den auf den wei­te­ren Aus­bau der klei­nen Was­ser­kraft­wer­ke zu ver­zich­ten; die weni­gen ver­blie­be­nen frei flie­ßen­den Gewäs­ser­stre­cken sind zu erhal­ten.
  • eine Vor­rei­ter­rol­le Bay­erns in der Tie­fen­geo­ther­mie sowohl bei Wär­me­net­zen als auch bei der Strom­erzeu­gung anzu­stre­ben; das baye­ri­sche Pro­gramm zum ver­stärk­ten Aus­bau von Tie­fen­geo­ther­mie-Wär­me­net­zen blieb bis­her weit­ge­hend wir­kungs­los, obwohl das süd­deut­sche Molas­se­be­cken gute geo­lo­gi­sche Bedin­gun­gen bie­tet.
  • die ange­mes­se­ne Nut­zung von Bio­mas­se aus Abfäl­len ins­be­son­de­re in dezen­tra­len Anla­gen zur gemein­sa­men Erzeu­gung und Spei­che­rung von Strom und Wär­me in sta­tio­nä­ren Anla­gen zu unter­stüt­zen.
  • den Aus­bau ins­be­son­de­re der Strom­ver­teil­net­ze für die Mit­tel­span­nung (bis 20 kV) sowie für Haus­halts­strom (bis 400 V) zu beschleu­ni­gen um die Inte­gra­ti­on von Öko­strom aus dezen­tra­len Erzeu­gungs­an­la­gen zu ermög­li­chen.

Um den Umbau des fos­sil-ato­ma­ren auf ein nach­hal­ti­ges und ver­sor­gungs­si­che­res Ener­gie­sys­tem vor­an­zu­brin­gen, sind neue For­schungs­leis­tun­gen erfor­der­lich.

Gesund­heit der Men­schen schüt­zen – Grenz­wer­te strikt ein­hal­ten!

Hohe Schad­stoff­be­las­tun­gen durch Stick­oxi­de (NOx) und Fein­staub sind eine Gefahr für die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung, beson­ders in den Groß­städ­ten. Ursa­che der Schad­stoff­be­las­tung sind vor allem die Auto­ab­ga­se. Um die Belas­tun­gen zu ver­rin­gern, ist es nötig, dass der Auto­ver­kehr in den Städ­ten mini­miert wird und Ver­bren­nungs­mo­to­ren durch alter­na­ti­ve Antrie­be ersetzt wer­den.

Vor dem Hin­ter­grund des aktu­el­len Die­sel­skan­dals for­dern wir die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen in der Kom­mu­ne, auf Lan­des- und auf Bun­des­ebe­ne nach­drück­lich dazu auf, end­lich sicher­zu­stel­len, dass die Grenz­wer­te in Bezug auf die Ver­kehrs­ge­schwin­dig­kei­ten sowie alle rele­van­ten Emis­sio­nen (Lärm, Fein­staub, Stick­stoff­di­oxid und CO2) ein­ge­hal­ten wer­den.. Fast alle Auto­her­stel­ler haben offen­sicht­lich in der Ver­gan­gen­heit bei den Anga­ben zum Stick­oxid-Aus­stoß mani­pu­liert. Tat­säch­lich wur­den und wer­den die Grenz­wer­te für Stick­stoff­di­oxid bis zum 8‑fachen des Zuläs­si­gen über­schrit­ten. Wir wol­len, dass die Fol­ge­kos­ten die­ses Betrugs nach dem Ver­ur­sa­cher­prin­zip von den Her­stel­lern getra­gen wer­den. Blo­ße Soft­ware-Updates und selbst die Nach­rüs­tung von Kata­ly­sa­to­ren wer­den dabei kei­nes­falls aus­rei­chen! Der Ein­satz von Agro­treib­stof­fen ist kei­ne Alter­na­ti­ve zur Sen­kung des CO2-Aus­sto­ßes.

Der CO2-Grenz­wert für Neu­wa­gen in Euro­pa soll ab 2025 deut­lich unter 60 Gramm pro Kilo­me­ter betra­gen. Wir unter­stüt­zen den Vor­schlag des Bun­des­ra­tes, ab 2030 nur noch PKW mit null CO2-Emis­si­on zuzu­las­sen. Für die Über­wa­chung der Abgas­nor­men wol­len wir eine neue, unab­hän­gi­ge und schlag­kräf­ti­ge Behör­de beim Umwelt­bun­des­amt ansie­deln.

Die maß­geb­li­che Beein­flus­sung der Ver­kehrs­po­li­tik durch die Auto­mo­bil­kon­zer­ne muss gera­de in Bay­ern the­ma­ti­siert wer­den. Die CSU-Lan­des­re­gie­rung scheint eher Sach­wal­ter der Inter­es­sen der Akti­en­in­ha­ber der Auto­mo­bil­kon­zer­ne zu sein als ver­ant­wort­lich für die Zukunfts­in­ter­es­sen der Bevöl­ke­rung. Der ehe­ma­li­ge Ver­kehrs­mi­nis­ter Dob­rindt hat maß­geb­lich eine wesent­li­che Ver­schär­fung der Abgas­wer­te bei der EU ver­hin­dert und sich auch auf Bun­des­ebe­ne gegen eine Ent­schä­di­gungs­re­ge­lung für die betrof­fe­nen Auto­be­sit­zer gestellt. Die CSU als Lob­by­is­tin blo­ckiert gute Abgas- und CO2-Rege­lun­gen. Sie blo­ckiert damit umwelt­ver­träg­li­che­re Antriebs- und Ver­kehrs­sys­te­me.

Dem Trend zu SUVs wol­len wir durch eine höhe­re Besteue­rung ent­ge­gen­wir­ken. Wir tre­ten für eine all­ge­mei­ne inner­ört­li­che Geschwin­dig­keits­be­gren­zung von 50 km/h auf 30 km/h ein. Auch höhe­re Stell­platz­ge­büh­ren, sozi­al ver­träg­lich gestal­tet, für PKW und Motor­rä­der dür­fen kein Tabu sein, wenn wir die Lebens­qua­li­tät in der Innen­stadt nach­hal­tig ver­bes­sern wol­len.

Um Mensch und Kli­ma zu schüt­zen, for­dern wir ein Tem­po­li­mit von 120 km/h auf allen baye­ri­schen Auto­bah­nen und auto­bahn­ähn­li­chen Schnell­stra­ßen sowie eine Beschrän­kung der zuläs­si­gen Ver­kehrs­ge­schwin­dig­keit auf 80 km/h auf allen ande­ren Stra­ßen außer­halb geschlos­se­ner Ort­schaf­ten.  Ver­kehrs­lärm gehört zu den am stärks­ten emp­fun­de­nen Lärm­be­läs­ti­gun­gen. Die Mobi­li­tät in Bay­ern ist unter dem Gesichts­punkt des Kli­ma­schut­zes, der Luft­rein­hal­tung und der Lärm­ver­mei­dung zun­pla­nen. DIE LINKE will Umgebungs‑, Stra­ßen- und Schie­nen­lärm mit einem ver­bind­li­chen Lärm­schutz­ge­setz regeln und ver­rin­gern. Für den Lärm­schutz müs­sen ent­spre­chen­de Mit­tel bereit­ge­stellt wer­den. Lärm macht krank!

DIE LINKE for­dert:

  • die För­de­rung von Fahr­zeu­gen mit nied­ri­gem Kraft­stoff­ver­brauch.
  • das Ver­bot der Bei­mi­schungs­quo­te für Agro­treib­stof­fe.
  • ein Tem­po­li­mit auf allen baye­ri­schen Auto­bah­nen.
  • eine Ände­rung der Stadt­ent­wick­lungs­po­li­tik um unnö­ti­gen Ver­kehr mög­lichst zu ver­mei­den
  • die För­de­rung der gemein­schaft­li­chen Nut­zung von Autos, wie Car­sha­ring oder Pend­ler­net­ze.
  • Inves­ti­tio­nen in inno­va­ti­ve Mess­ge­rä­te, die flä­chen­de­ckend die Belas­tung durch NOx, Fein­staub und ande­re Schad­stof­fe mes­sen kön­nen, womit ziel­ge­rich­te­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Luft­qua­li­tät bes­ser umge­setzt wer­den kön­nen.
  • die Auf­sto­ckung der Mit­tel für den Lärm­schutz.
Personen‑, Güter- und Lie­fer­ver­kehr auf der Stra­ße ein­däm­men!

Einen wei­te­ren Neu- und Aus­bau von Auto­bah­nen und Bun­des­stra­ßen leh­nen wir ab. Neue Orts­um­fah­run­gen kom­men für uns nur dann in Betracht, wenn in den betref­fen­den Orten eine deut­lich spür­ba­re Ver­kehrs­be­ru­hi­gung zu erwar­ten ist und wenn die erfor­der­li­che Umweltvertr.glichkeitsprüfung zu einem posi­ti­ven Ergeb­nis führt. Wo immer mög­lich, ist auch ein Rück­bau bestehen­der Stra­ßen in Betracht zu zie­hen.

Die inter­na­tio­na­len Kon­zer­ne sor­gen dafür, dass immer mehr Trans­port­ki­lo­me­ter in den Pro­duk­ten ste­cken, weil die pro­fi­ta­bels­ten Bedin­gun­gen in allen Ecken Euro­pas und der Welt genutzt wer­den. Der Preis ist hoch: Unfäl­le, Lärm, Abga­se, Kli­ma­wan­del und Umwelt­zer­stö­rung. Die Kos­ten wer­den der All­ge­mein­heit auf­ge­bür­det (exter­na­li­siert) – sie sum­mie­ren sich auf 77 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr und belas­ten vor allem die Kran­ken­kas­sen. Wir wol­len die­se Ent­wick­lung umkeh­ren, Trans­por­te ver­teu­ern und die regio­na­le Wirt­schaft stär­ken.

Die LKW-Maut wol­len wir auf alle Stra­ßen aus­wei­ten und erhö­hen. Die exter­nen Kos­ten wie Luft­ver­schmut­zung und Lärm­be­läs­ti­gung müs­sen ein­be­zo­gen wer­den. Wir wol­len ein LKW-Fahr­ver­bot ab Frei­tag­nach­mit­tag und nachts ein­füh­ren und die Nut­zung von Bun­des- und Land­stra­ßen unter­sa­gen, wenn eine Bun­des­au­to­bahn par­al­lel vor­han­den ist. Die Zulas­sung von Giga­li­nern („Mons­ter-Trucks“) leh­nen wir ab. Eben­so leh­nen wir staat­lich geför­der­te Pro­jek­te zur Erpro­bung und Ein­füh­rung von Ober­lei­tun­gen für Hybrid-LKW mit Strom­ab­neh­mern auf Auto­bah­nen und elek­tro­ni­schen Deich­seln für Kolon­nen­fahr­ten von LKW und ande­ren Nutz­fahr­zeu­gen ab. Für LKW-Fah­re­rin­nen und ‑Fah­rer wol­len wir län­ge­re Ruhe­zei­ten und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen durch­set­zen.

Kli­ma­schutz ernst neh­men – Flug­ver­kehr ein­däm­men!

Wir sind gegen eine Erwei­te­rung des Nürn­ber­ger und des Münch­ner Flug­ha­fens, gegen jeden wei­te­ren Aus­bau von Regio­nal­flug­plät­zen und für einen Ver­zicht auf jede Sub­ven­tio­nie­rung von Luft­ver­kehrs-Infra­struk­tur. Die vor­han­de­ne Infra­struk­tur ist für baye­ri­sche Ver­hält­nis­se mehr als aus­rei­chend; vie­le inner­deut­sche und auch inner­eu­ro­päi­sche Flü­ge sind ange­sichts zahl­lo­ser schnel­ler Bahn­ver­bin­dun­gen unnö­tig. Der Aus­bau wei­te­rer Flug­ka­pa­zi­tä­ten ist sofort zu been­den! Den sozia­len und öko­lo­gi­schen Dum­ping­wett­be­werb im Luft­ver­kehr wol­len wir unter­bin­den. Öffent­li­che Zuschüs­se für Flug­hä­fen sol­len gestri­chen wer­den.

Wir sind davon über­zeugt, dass selbst die aktu­el­len, noch unzu­rei­chen­den Kli­ma­schutz­zie­le durch ein unge­brems­tes Wachs­tum des Flug­ver­kehrs kon­ter­ka­riert wer­den. Des­halb plä­die­ren wir für höhe­re Start- und Lan­de­ge­büh­ren, eine ein­heit­li­che Besteue­rung von Kero­sin, die umge­hen­de Abschaf­fung der Kero­sin­zu­schüs­se für den Münch­ner Flug­ha­fen und für den vol­len Mehr­wert­steu­er­satz auf alle Flug­ti­ckets! Wir wol­len die­se Sub­ven­tio­nen (4,7 Mil­li­ar­den Euro) strei­chen und statt­des­sen den Mehr­wert­steu­er­satz für Bahn­ti­ckets hal­bie­ren.

Der Flug­ha­fen Mün­chen darf nicht zum fünf­ten glo­ba­len Dreh­kreuz in Mit­tel­eu­ro­pa aus­ge­baut wer­den. Den Bau einer drit­ten Start- und Lan­de­bahn nach Ablauf der Bin­dungs­frist des im Jahr 2012 her­bei­ge­führ­ten Bür­ger­ent­schei­des leh­nen wir eben­so ent­schie­den ab wie den Ver­kauf der Antei­le der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen an der Flug­ha­fen-GmbH (23 Pro­zent­Pro­zent), die den ver­blei­ben­den bei­den Gesell­schaf­tern – dem Frei­staat Bay­ern (51 Pro­zent­Pro­zent) und der BRD (26 Pro­zent­Pro­zent) – freie Hand geben wür­de, die drit­te Start­bahn ent­ge­gen dem Bür­ger­wil­len doch noch zu rea­li­sie­ren.

Wir befürch­ten eine wei­te­re Zunah­me des Flug­lärms und for­dern des­halb ein Nacht­flug­ver­bot an allen baye­ri­schen Flug­hä­fen. Die­ses Nacht­flug­ver­bot ist im Bun­des­luft­ver­kehrs­ge­setz zu ver­an­kern. Flug­rou­ten müs­sen in einem trans­pa­ren­ten, öffent­li­chen, demo­kra­ti­schen und bundesl.nderübergreifenden Ver­fah­ren aus­ge­ar­bei­tet wer­den.

DIE LINKE will:

  • kei­ne drit­te Start­bahn am Flug­ha­fen Mün­chen.
  • die Umbe­nen­nung des Franz-Josef-Strauß-Flug­ha­fens in Kurt-Eis­ner-Flug­ha­fen zur Wür­di­gung des ers­ten baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten.
  • kei­ne Erwei­te­rung des Nürn­ber­ger Flug­ha­fens und kei­nen wei­te­ren Aus­bau von Regio­nal­flug­plät­zen.
  • die umge­hen­de Abschaf­fung von Ver­güns­ti­gun­gen des Münch­ner Flug­ha­fens für Flug­ge­sell­schaf­ten.
  • die ein­heit­li­che Besteue­rung von Kero­sin.
  • die Erhe­bung der Mehr­wert­steu­er auch auf inter­na­tio­na­le Flug­ti­ckets.
Natur und Land­schaft schüt­zen

Der Genuß der Natur­schön­hei­ten und die Erho­lung in der frei­en Natur, ins­be­son­de­re das Betre­ten von Wald und Berg­wei­de, das Befah­ren der Gewäs­ser und die Aneig­nung wild­wach­sen­der Wald­früch­te in orts­üb­li­chem Umfang ist jeder­mann gestat­tet. 2 Dabei ist jeder­mann ver­pflich­tet, mit Natur und Land­schaft pfleg­lich umzu­ge­hen. 3 Staat und Gemein­de sind berech­tigt und ver­pflich­tet, der All­ge­mein­heit die Zugän­ge zu Ber­gen, Seen, Flüs­sen und sons­ti­gen land­schaft­li­chen Schön­hei­ten frei­zu­hal­ten und allen­falls durch Ein­schrän­kun­gen des Eigen­tums­rech­tes frei­zu­ma­chen sowie Wan­der­we­ge und Erho­lungs­parks anzu­le­gen. (Art. 141)

Bay­ern hat eine viel­ge­stal­ti­ge, in eini­gen Regio­nen auch ein­zig­ar­ti­ge Natur- und Kul­tur­land­schaft. Sie reicht vom Fran­ken­wald über die baye­ri­schen Seen bis hin zu den Alpen. Die übergro.e Mehr­heit der Men­schen in Bay­ern ist mit die­sen Regio­nen tief ver­bun­den. Den­noch sind sie bedroht. Zuneh­men­de Flä­chen­ver­sie­ge­lung, Inten­siv­land­wirt­schaft, Schad­stoff­ein­trä­ge der Indus­trie, Zer­schnei­dung von Natur­räu­men, Ver­kehrs­emis­sio­nen und Lärm sowie teil­wei­se auch tou­ris­ti­sche Über­nut­zung schä­di­gen Land­schaf­ten und Bio­to­pe. Zuneh­mend setzt auch der Kli­ma­wan­del den hei­mi­schen Arten zu.

Die völ­lig unge­re­gel­te Frei­set­zung von Nano­par­ti­keln ist eine Gefahr für die Umwelt und die Gesund­heit von Mensch und Tier. Die am häu­figs­ten ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en (Sili­zi­um­di­oxid, Titan­di­oxid, Zink­oxid, Sil­ber, Koh­len­stoff) sind in makro­sko­pi­scher Form nicht toxisch, aber als Nano­par­ti­kel haben sie oft ver­än­der­te che­mi­sche und phy­si­ka­li­sche Eigen­schaf­ten und damit auch einen ande­ren Ein­fluss auf Umwelt und Gesund­heit. Zum Bei­spiel hat sich das anti­bak­te­ri­ell wir­ken­de Nano-Sil­ber als schäd­lich für nütz­li­che Was­ser­bak­te­ri­en her­aus­ge­stellt, Nano-Titan­di­oxid ver­ur­sacht  im Tier­ver­such Lun­gen­krebs und beim Nach­wuchs Schä­den des Hirns und des Ner­ven­sys­tems. Über die Umwelt­ge­fähr­dun­gen, die von den Nano­tech­no­lo­gi­en aus­ge­hen, ist bis­her wenig bekannt.

Die Anzahl der unzer­schnit­te­nen ver­kehrs­ar­men Land­schafts­räu­me in Bay­ern ist seit 1975 auf etwa die Hälf­te zurück­ge­gan­gen. Auch hat das Spek­trum unter­schied­li­cher Lebens­räu­me abge­nom­men. Damit zusam­men­hän­gend ist ein deut­li­cher Rück­gang der Arten­viel­falt zu ver­zeich­nen. Ins­be­son­de­re sind Arten der Offen­land­schaf­ten betrof­fen, zum Bei­spiel Feld- und Wie­sen­brü­ter.

Pro Tag wird in Bay­ern die Flä­che von annä­hernd 20 Fuß­ball­fel­dern der Natur ent­ris­sen und für immer ver­sie­gelt. Der Flä­chen­be­darf pro Ein­woh­ner ist in den letz­ten 15 Jah­ren um fast 20 Pro­zent gestie­gen – bei gleich­zei­tig deut­lich wach­sen­der Bevöl­ke­rung. Dies wur­de durch die exzes­si­ve Wirt­schafts- und Immo­bi­li­en­po­li­tik der CSU ver­ur­sacht. Die­ser Ent­wick­lung muss unver­züg­lich Ein­halt gebo­ten bzw. sie durch Rück­bau umge­kehrt wer­den, damit auch in Zukunft für nach­fol­gen­de Genera­tio­nen genü­gend Flä­chen für den Natur­schutz und eine nach­hal­ti­ge Land­wirt­schaft zu Ver­fü­gung ste­hen.

Der sich stän­dig aus­wei­ten­de Flä­chen­be­darf ist zu hin­ter­fra­gen, sowohl für Woh­nen, Ver­kehr als auch für Gewer­be. Soll­te eine Aus­wei­tung der zu bebau­en­den Flä­che wirk­lich unab­wend­bar sein, soll­te mög­lichst ein Bau­en in die Höhe statt in die Flä­che ver­ord­net wer­den. Die beschlos­se­ne Teil­fort­schrei­bung des Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramms (LEP) leh­nen wir ab. Ins­be­son­de­re die Locke­run­gen des Anbin­de­ge­bots für Ein­zel­han­dels­groß­pro­jek­te und die Ände­rung des Alpen­plans müs­sen ver­hin­dert bzw. rückg.ngig gemacht wer­den. Der LEP muss genutzt wer­den um den unge­hemm­ten Flä­chen­ver­brauch in Bay­ern zu redu­zie­ren. DIE LINKE unter­stützt das Volks­be­geh­ren „Beton­flut ein­däm­men“.

Gemein­den dür­fen sich nicht wei­ter­hin einen Wett­be­werb um die güns­tigs­ten Gewer­be­steu­er­sät­ze lie­fern. Sinn­voll ist die Erhe­bung einer Ver­sie­ge­lungs­ab­ga­be. Dabei wol­len wir dar­auf ach­ten, dass nicht die Mecha­nis­men des „frei­en Mark­tes“ als Steue­rungs­in­stru­ment ein­ge­setzt wer­den, denn die­se haben bereits völ­lig ver­sagt. Mit einem Han­dels­sys­tem für Zer­ti­fi­ka­te zum Flä­chen­ver­brauch sind wir auf dem fal­schen Weg. Finan­zi­ell gut aus­ge­stat­te­te Kom­mu­nen könn­ten dann noch mehr Gewer­be­be­trie­be ansie­deln und die Leucht­turm­po­li­tik in Bay­ern noch wei­ter ver­stär­ken. Finanz­schwä­che­re Kom­mu­nen wür­den durch den Ver­kauf von Gewer­be­flä­chen­zer­ti­fi­ka­ten ihre zukünf­ti­ge Pla­nungs­ho­heit aufs Spiel set­zen und die kom­mu­na­le Ent­schei­dungs­ho­heit wür­de zur han­del­ba­ren Ware. Genau­so hal­ten wir es nicht für ziel­füh­rend Aus­gleichs­flä­chen in ent­fern­te Gemein­den zu ver­la­gern und damit die Pro­ble­me unver­ant­wort­lich von sich weg zu schie­ben.

Zukünf­tig müs­sen alle Bau­vor­ha­ben Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en unter­wor­fen wer­den. Wir schla­gen dazu eine Grund­zu­tei­lung von Verkehrs‑, Gewerbe‑, Wohn- und Infra­struk­tur­flä­chen pro Ein­woh­ner vor. Struk­tur­schwa­che Gebie­te kön­nen nur durch eine sinn­vol­le För­de­rung auf­ge­wer­tet wer­den und damit einer wei­te­ren Ent­völ­ke­rung mit den Kon­se­quen­zen für die Zuzugs­ge­bie­te ent­ge­hen.

Die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung bzw. der Land­tag sind daher auf­ge­for­dert:

  • den Anteil von Schutz­ge­bie­ten an der Lan­des­flä­che zu erhö­hen.
  • zwei wei­te­re Natio­nal­parks zu grün­den.
  • inner­halb der Schutz­ge­bie­te auch Rückzugsr.ume für die Natur zu schaf­fen, in denen sie sich weit­ge­hend ohne Ein­fluss des Men­schen ent­wi­ckeln kann.
  • die bestehen­den und neu zu schaf­fen­den Schutz­ge­bie­te groß­räu­mig mit­ein­an­der zu ver­net­zen um Tie­ren und Pflan­zen die Mög­lich­keit zu geben, zu wan­dern, sich zu paa­ren bzw. sich gene­tisch aus­zu­tau­schen; dies wäre gleich­zei­tig ein Bei­trag zur Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del.
  • eine Flä­chen­ver­sie­ge­lungs­ab­ga­be ein­zu­füh­ren um den zusätz­li­chen Flä­chen­ver­brauch für Ver­kehrs- und Sied­lungs­flä­chen in Höhe von gegen­wär­tig rund 20 Hekt­ar am Tag zu stop­pen sowie Ent­sie­ge­lun­gen an nicht mehr benö­tig­ten Flä­chen vor­zu­schrei­ben bzw. attrak­tiv zu machen.
  • die Ein­hal­tung der guten fach­li­chen Pra­xis in der Land­wirt­schaft und der Dün­ge­mit­tel­ver­ord­nung bes­ser zu über­wa­chen und den öko­lo­gi­schen Land­bau als beson­ders natur­scho­nen­de Vari­an­te der Land­wirt­schaft stär­ker zu för­dern.
  • die bestehen­den Arten- und Bio­top­schutz­pro­gram­me stär­ker an den sich voll­zie­hen­den Kli­ma­wan­del aus­zu­rich­ten sowie Pro­gram­me auf­zu­le­gen, die den Schutz vor Berg­rut­schen infol­ge des Auf­tau­ens des Per­ma­frost­bo­dens in den hoch­al­pi­nen Gebie­ten zum Inhalt haben.
  • im Bun­des­rat einen Gesetz­ent­wurf ein­zu­brin­gen mit dem Ziel, dass der Ein­satz syn­the­ti­scher Nano­ma­te­ria­li­en in umwelt­of­fe­nen und ver­brau­cher­na­hen Anwen­dun­gen solan­ge gestoppt wird, bis wirk­sa­me nano­spe­zi­fi­sche Rege­lun­gen in Kraft sind, die mög­li­che Risi­ken für Men­schen und Umwelt aus­schlie­ßen sowie eine Kenn­zeich­nungs­pflicht für Nano­ma­te­ria­li­en in Pro­duk­ten ent­hal­ten.
Flüs­se müs­sen frei flie­ßen

Die Flüs­se haben in der Ver­gan­gen­heit an Was­ser­stra­ßen­pro­jek­ten und was­ser­bau­li­chen Maß­nah­men gelit­ten. Nur 12,5 Pro­zent der natür­li­chen Gewäs­ser Bay­erns sind unver­baut oder gering ver­baut. Die CSU wird die Zie­le der Was­ser­rah­men­richt­li­nie und der natio­na­len Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie kra­chend ver­feh­len.

Der Aus­bau des letz­ten Stü­ckes frei flie­ßen­der Donau zwi­schen Strau­bing und Vils­ho­fen ist momen­tan vom Tisch. Das beharr­li­che Enga­ge­ment der Men­schen vor Ort für die Donau hat sich bezahlt gemacht. Jetzt gilt es den Fluss wei­ter auf­zu­wer­ten. Die Donau zwi­schen Regens­burg und Pas­sau ist öko­lo­gisch schutz­wür­dig und kul­tur­his­to­risch wert­voll. Wir unter­stüt­zen daher die Bestre­bung, die­se Land­schaft als UNESCO-Welt­erbe zu bewah­ren.

4250 Was­ser­kraft­an­la­gen fin­den sich an Bay­erns Fließ­ge­wäs­sern. Den wesent­li­chen Anteil der Strom­erzeu­gung mit 92 Pro­zent leis­ten aller­dings nur 219 Anla­gen, die sich vor allem an den alpi­nen Flüs­sen Isar, Inn, Lech und Iller befin­den. Über 4000 Klein­was­ser­kraft­an­la­gen mit einer Leis­tung unter 1000 Kilo­watt erbrin­gen ins­ge­samt nur 8 Pro­zent der Leis­tung. Sie leis­ten damit nur einen sehr gerin­gen Bei­trag zum Kli­ma­schutz, hin­dern aber Fische an der Wan­de­rung und zer­stö­ren mas­siv Fließ­ge­wäs­ser­le­bens­räu­me.

Die zahl­rei­chen Hoch­was­ser­er­eig­nis­se, die nicht nur an Bay­erns gro­ßen Flüs­sen, son­dern auch an klei­nen Bächen auf­tre­ten, zei­gen die zer­stö­re­ri­sche Kraft von Extrem­wet­ter­er­eig­nis­sen. Men­schen mit gerin­gem Ein­kom­men wer­den von sol­chen Kata­stro­phen in beson­de­re Not gestürzt. Das Hoch­was­ser­schutz- Akti­ons­pro­gramm „2020plus“ fixiert sich ein­sei­tig auf den tech­ni­schen Hoch­was­ser­schutz und ver­nach­läs­sigt den erfor­der­li­chen natür­li­chen Hoch­was­ser­schutz in der Flä­che.

DIE LINKE for­dert daher:

  • die Erhal­tung der weni­gen ver­blie­be­nen frei flie­ßen­den Gewäs­ser­stre­cken.
  • den Neu­bau von Was­ser­kraft­wer­ken in unse­ren Flüs­sen zu stop­pen.
  • den Ein­satz von Strom-Bojen, die in mitt­le­ren bis gro­ßen Flüs­sen Strö­mungs­en­er­gie in Elek­tri­zi­tät umwan­deln, zu erfor­schen und auf den Weg zu brin­gen.
  • die natur­ver­träg­li­che Gestal­tung der bestehen­den Was­ser­kraft­wer­ke mit genü­gend Rest­was­ser­men­gen, Fisch­wan­der­hil­fen und Schutz von Gewäs­ser­or­ga­nis­men vor der Tur­bi­nen­pas­sa­ge.
  • öko­lo­gi­schen Hoch­was­ser­schutz in der Flä­che; Deich­bau allei­ne ist kei­ne Lösung, son­dern ver­schärft das Pro­blem.
  • eine soli­da­ri­sche Ele­men­tar­ver­si­che­rung und einen Ent­schä­di­gungs­fonds für Hoch­was­ser­schä­den und ande­re Natur­ka­ta­stro­phen.

DIE LINKE will:

  • kei­ne Bau­maß­nah­men auf hoch­was­ser­ge­fähr­de­ten Flä­chen und angren­zend kei­ne Ver­sie­ge­lung.
  • eine Rück­ver­le­gung von Dei­chen.
  • die För­de­rung von Bewirt­schaf­tungs­for­men, die Boden­ver­dich­tung, bewuchs­freie Peri­oden und Ober­flä­chen­ab­fluss mini­mie­ren.
  • den ver­bind­li­chen Schutz der Ufer- und Gewäs­ser­rand­strei­fen.
  • die Wie­der­ver­näs­sung von Moo­ren im Rah­men eines lan­des­wei­ten Moor­schutz­plans.
  • ein Lan­des­pro­gramm zur För­de­rung von öko­lo­gi­schen Bewirt­schaf­tungs­for­men von dena­tu­rier­ten Moo­ren (Palu­di­kul­tur).
  • Auen­schutz als geleb­ten Klima‑, Natur- und Hoch­was­ser­schutz; dies beinhal­tet einen Natio­nal­park Donau­au­en.
  • die Rena­tu­rie­rung von Fluss­läu­fen bei­spiels­wei­se durch das Ent­fer­nen von Ufer­ver­bau­un­gen.
  • eine Sicher­stel­lung der Durch­gän­gig­keit der Gewäs­ser für wan­dern­de Fisch­ar­ten.
  • flä­chen­de­cken­de und eng­ma­schi­ge Kon­trol­len der baye­ri­schen Gewäs­ser auf Schad­stof­fe, ins­be­son­de­re auch auf Pflan­zen­schutz­mit­tel, hor­mon­ak­ti­ve Sub­stan­zen, Mikro­plas­tik, anti­bio­tika­re­sis­ten­te Bak­te­ri­en und mul­ti­re­sis­ten­te Kei­me.
  • die Erwei­te­rung des Mas­ter­plans für die baye­ri­sche Donau zu einem Mas­ter­plan für ein weiß­blau­es Band der Flüs­se und Bäche in Bay­ern.
  • grenz­über­schrei­ten­de öko­lo­gi­sche und sozia­le Zusam­men­ar­beit durch Bele­bung und Über­ar­bei­tung der EU-Donau­raum­stra­te­gie.
Für einen öko­lo­gisch ori­en­tier­ten Land­bau

Die bis­he­ri­ge Land­wirt­schafts­po­li­tik stört unser Umwelt­gleich­ge­wicht. Ein öko­lo­gisch ori­en­tier­ter Land­bau trägt hin­ge­gen zum Gewäs­ser­schutz bei, erzeugt weni­ger Treib­haus­ga­se und ist in der Lage, die­se zu bin­den, erhält die Arten­viel­falt und bewahrt die klein­tei­li­ge, reich struk­tu­rier­te Kul­tur­land­schaft.

Die momen­ta­ne Aus­rich­tung nach Pro­fit­ma­xi­mie­rung und Export der Agrar­wirt­schaft hat ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt sowie auf Klein­bau­ern und die Kul­tur­land­schaft. Damit die Land­wirt­schaft auch außer­halb von Agrar­fa­bri­ken und Mono­kul­tu­ren noch ren­ta­bel ist, for­dert DIE LINKE einen Min­dest­preis für Agrar­pro­duk­te wie bei­spiels­wei­se Milch. Wir tei­len die For­de­rung der Bau­ern nach Mini­mum 42 Cent pro Liter Milch. Die bis­he­ri­ge Sub­ven­ti­ons­po­li­tik hat haupt­säch­lich zu stär­ke­ren Expor­ten geführt.

Fleisch­pro­duk­te wer­den häu­fig ins EU-Aus­land expor­tiert, da die Ange­stell­ten in den Schlacht­häu­sern in Deutsch­land im EU-Ver­gleich sehr schlecht bezahlt wer­den. Oft­mals wer­den Pro­duk­te expor­tiert, wel­che im Ziel­land eben­falls ange­baut wer­den könn­ten. Gleich­zei­tig wer­den Lebens­mit­tel impor­tiert, die wie­der­um hier pro­du­ziert wer­den könn­ten. Die­ser absur­de Waren­ver­kehr ist eine mas­si­ve Belas­tung für die Umwelt. Gleich­zei­tig schwächt dies auch die Posi­ti­on der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer, da eine Stand­ort­kon­kur­renz auf­ge­baut wird. Der Frei­staat muss in die Pflicht genom­men wer­den die­se Sub­ven­ti­ons­po­li­tik grund­le­gend zu ver­än­dern, sodass Pro­duk­te, die kur­ze Stre­cken trans­por­tiert wer­den, stär­ker bevor­zugt wer­den. DIE LINKE steht für Wochen­markt statt Welt­markt.

Gro­ße Tier­fa­bri­ken leh­nen wir ab. DIE LINKE setzt sich für eine Nutz­tier­hal­tung ein, die flä­chen­ge­bun­den, auf die ein­hei­mi­sche Nach­fra­ge bezo­gen und tier­ge­recht ist. DIE LINKE setzt sich für eine Min­dest­flä­che von zwei Groß­vieh­ein­hei­ten pro Hekt­ar ein. Dazu sind Bestands­ober­gren­zen für Regio­nen und Stand­or­te ein­zu­füh­ren. For­men der Nutz­tier­hal­tung mit quä­le­ri­schen Pro­duk­ti­ons­wei­sen und einem hohen Bedarf an Anti­bio­ti­ka wol­len wir ver­bie­ten. Der Ein­satz von Anti­bio­ti­ka und Wachs­tums­mit­teln in der Tier­zucht kann zu gesund­heit­li­chen Risi­ken füh­ren und belas­tet die Umwelt. Daher muss der Ein­satz von Anti­bio­ti­ka in der Land­wirt­schaft auf zwin­gend not­wen­di­ge Behand­lun­gen begrenzt wer­den, Kon­trol­len müs­sen ver­schärft und Ver­stö­ße här­ter bestraft wer­den.

DIE LINKE for­dert ein tota­les Ver­bot von gesund­heits­ge­fähr­den­den Her­bi­zi­den, wozu u.a. Gly­pho­sat gehört, und ver­ur­teilt das Abstim­mungs­ver­hal­ten des frü­he­ren Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ters Chris­ti­an Schmidt.

Drei Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ven für die baye­ri­sche Land- und Forst­wirt­schaft will DIE LINKE beson­ders för­dern:

  • den Umbau der För­de­rung land- und forst­wirt­schaft­li­cher Betrie­be hin zu umwelt­ver­träg­li­che­ren Pro­duk­ti­ons­for­men.
  • die Stär­kung und den Aus­bau der land­schafts­pfle­ge­ri­schen Akti­vi­tä­ten nach den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten, zum Bei­spiel Alm­wirt­schaft, grü­ne Fluss­au­en, Bann­wald.
  • den Zusam­men­schluss und die Koope­ra­ti­on von Bäue­rin­nen und Bau­ern (bei­spiels­wei­se durch Erzeu­ger- oder Absatz­ge­nos­sen­schaf­ten).
Bay­erns Äcker ohne Gen­tech­nik, kei­ne Paten­te auf Leben

Gen­tech­nik in der Land­wirt­schaft ist nutz­los und ris­kant und wird von einer Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in Bay­ern abge­lehnt. Sie gefähr­det die gen­tech­nik­freie Land­wirt­schaft und Imke­rei. Sie bringt Bäue­rin­nen und Bau­ern in immer stär­ke­re Abhän­gig­keit von trans­na­tio­na­len Agro­che­mie-Kon­zer­nen wie Mon­s­an­to, Bay­er oder BASF. Die­se haben nur ihre Pro­fit­ma­xi­mie­rung, aber nicht die Inter­es­sen der Land­wirt­schaft im Kopf. Gen­tech­nisch ver­än­der­te Pflan­zen kön­nen sich unkon­trol­liert aus­brei­ten. Die Tren­nung von gen­tech­nisch ver­än­der­ten und unver­än­der­ten Pflan­zen ist in der Pra­xis kaum mög­lich. Dafür gibt es unzäh­li­ge Bei­spie­le inter­na­tio­na­ler Skan­da­le.

DIE LINKE in Bay­ern lehnt die Agro-Gen­tech­nik ab. Wir brau­chen weder Gen­mais auf unse­ren Äckern, noch Gen­so­ja in den Fut­ter­trö­gen unse­rer Milch­kü­he.

Wir unter­stüt­zen basis­de­mo­kra­ti­sche Pro­tes­te und die Ein­rich­tung von gen­tech­nik­frei­en Regio­nen oder Kom­mu­nen. Wir brau­chen regio­na­le Lösun­gen und nicht inter­na­tio­na­le Labor­pflan­zen, die nur zur Pro­fit­ma­xi­mie­rung weni­ger Kon­zer­ne die­nen. Alte Sor­ten von Nutz­pflan­zen wol­len wir bewah­ren.

Immer öfter kommt es vor, dass Bio­tech-Fir­men, wie zum Bei­spiel Mon­s­an­to, auch Paten­te auf kon­ven­tio­nell gezüch­te­te Pflan­zen­sor­ten und Nutz­tie­re bean­tra­gen. Dann kann es dazu kom­men, dass die­se Fir­men Anspruch auf die ent­spre­chen­den Pflan­zen oder Tie­re bei den Bau­ern anmel­den und Lizenz­ge­büh­ren ver­lan­gen. Wir for­dern die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung auf, alle Mit­tel ein­zu­set­zen, um bäu­er­li­che Betrie­be vor die­sen Ansprü­chen zu schüt­zen. Paten­te auf Leben darf es nicht geben!

Blü­hen­de Land­schaf­ten gegen das Insek­ten­ster­ben

Die indus­tri­el­le Land­wirt­schaft schä­digt die Arten­viel­falt in den länd­li­chen Räu­men Bay­erns. Mono­kul­tu­ren sind krank­heits­an­fäl­lig, lau­gen die Böden aus und tra­gen zur Boden­ero­si­on bei. Agro­che­mi­ka­li­en wie das krebs­er­re­gen­de Gly­pho­sat sind mitt­ler­wei­le im Kör­per vie­ler Men­schen nach­weis­bar. Wie sich die­ser Cock­tail aus ver­schie­dens­ten Che­mi­ka­li­en auf die Gesund­heit aus­wirkt bleibt ein unkal­ku­lier­ba­res Risi­ko.

Noch wesent­lich dra­ma­ti­scher sind die Aus­wir­kun­gen auf die Tier­welt. Insek­ten ster­ben sowohl durch feh­len­des Nah­rungs­an­ge­bot in den Agrar­wüs­ten, als auch durch direk­te Ein­wir­kung ins­be­son­de­re von Insek­ti­zi­den. Wenn die Bie­ne stirbt, sin­ken nicht nur die Erträ­ge durch feh­len­de Bestäu­bung. Insek­ten­ster­ben ist immer auch ein Vogel­ster­ben. Mit die schäd­lichs­ten Aus­wir­kun­gen hat der Mais­an­bau, des­sen Anteil an der Acker­flä­che in Bay­ern bereits über 25 Pro­zent beträgt. Beson­ders Wie­sen­stand­or­ten führt er zum Ver­lust von Bio­to­pen für Boden­brü­ter wie dem Kie­bitz. Her­bi­zi­de ver­gif­ten Begleit­kräu­ter und Insek­ten, Nitra­te z.T. von der Gül­le aus der Mas­sen­tier­hal­tung gefähr­den das Grund­was­ser. Ener­gie­mais ist ein Ein­falls­tor für die grü­ne Gen­tech­nik. Blü­hen­de, gift­freie Land­schaf­ten sind unse­re Visi­on.

Kon­kret for­dert DIE LINKE:

  • die Auf­sto­ckung der Mit­tel zur För­de­rung von Maß­nah­men im Bereich der Bie­nen­hal­tung.
  • die För­de­rung des Anbaus von Becher­pflan­zen als Alter­na­ti­ve zum Ener­gie­mais. Stau­den wie die Becher­pflan­ze müs­sen nicht jedes Jahr neu ein­ge­sät wer­den, ver­wer­ten mit ihren lan­gen Wur­zeln schäd­li­ches Nitrat aus grö­ße­rer Tie­fe, bie­ten mit ihren Blü­ten Bie­nen­wei­de und brin­gen ähn­li­che Erträ­ge wie der Mais.
  • ein flä­chen­de­cken­des Moni­to­ring auf Pestizidrückst.nden im Honig.
  • eine Inten­si­vie­rung der Erfor­schung von Bie­nen­krank­hei­ten wie der Ame­ri­ka­ni­schen Faul­brut.
  • ein För­der­pro­gramm als Anreiz für Kom­mu­nen Blühfl.chen im öffent­li­chen Grün zu schaf­fen.
  • eine bes­se­re För­de­rung von Streu­obst­wie­sen als Lebens­raum und Fut­ter­grund­la­ge für Insek­ten einer­seits und zur Stär­kung regio­na­ler Wert­schöp­fung ande­rer­seits.
  • eine geziel­te För­de­rung des Nah­rungs­an­ge­bots der Bie­nen im Som­mer, da es mit Ende der Lin­den­blü­te nur noch ein gerin­ges Nek­tar- und Pol­len­an­ge­bot gibt.
  • die Vor­rei­ter­rol­le Bay­erns in der Erfor­schung des bio­lo­gi­schen Pflan­zen­schut­zes.
  • das sofor­ti­ge Ver­bot von Pes­ti­zi­den, die nach­weis­lich das Insek­ten­ster­ben mit­ver­ur­sa­chen oder die mensch­li­che Gesund­heit bedro­hen.
  • den kon­ti­nu­ier­li­chen Ersatz des kon­ven­tio­nel­len Pflan­zen­schut­zes durch Maß­nah­men des öko­lo­gi­schen Pflan­zen­schut­zes.
  • das Ver­bot von grü­ner Gen­tech­nik.
  • auf EU-Ebe­ne eine Ände­rung der Vor­ga­ben des Euro­päi­schen Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums (ELER), damit eine För­de­rung zum Bei­spiel von Stra­ßen­rand­strei­fen oder Park­an­la­gen ermög­licht wird.
  • die Nut­zung der durch den Frei­staat oder die Kom­mu­nen bewirt­schaf­te­ten Stra­ßen­rand­strei­fen als Insek­ten­wei­den.
  • eine bes­se­re För­de­rung exten­siv bewirt­schaf­te­ter Grünlandfl.chen auch als wirk­sa­me Schutz­maß­nah­me für Wie­sen­brü­ter.
  • die Ein­däm­mung der Licht­ver­schmut­zung.
Roh­stof­fe erhal­ten und recy­clen

Roh­stof­fe wer­den in der Zukunft immer wich­ti­ger. Das heißt, dass aus die­sem Grun­de immer mehr ein­ge­spart und der Wie­der­ver­wer­tung zuge­führt wer­den muss und in abseh­ba­rer Zeit eine Kreis­lauf­wirt­schaft ent­ste­hen kann, die nahe­zu auf neue Res­sour­cen ver­zich­ten kann.

Dies muss auch in Bay­ern Leit­li­nie wer­den, wenn wir eine zukunfts­fä­hi­ge Poli­tik für kom­men­de Genera­tio­nen ent­wi­ckeln wol­len. Die Men­ge der Abfäl­le aus Haus­hal­ten und der haus­halts­ähn­li­chen Abfäl­le in Bay­ern hat sich seit 1990 nicht ver­rin­gert. Sie liegt bei jähr­lich etwa 530 kg je Ein­woh­ner. 2006 lag die Men­ge noch bei etwa 506 kg. Abfall­ver­mei­dungs­stra­te­gi­en, so es sie gab, haben also offen­sicht­lich nicht gegrif­fen.

Die Ver­wer­tung die­ser Abfäl­le liegt zwar mit 74 Pro­zent rech­ne­risch auf einem hohen Niveau, im Gegen­satz zu ande­ren Bun­des­län­dern hat­ten in Bay­ern aber bio­lo­gisch-mecha­ni­sche Abfall­be­hand­lungs­an­la­gen (MBA) bis­lang kei­ne Chan­ce. Dabei sind sie für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger preis­wer­ter und las­sen sich im Gegen­satz zu Müll­ver­bren­nungs­an­la­gen dezen­tral in klei­ne­ren Anla­gen betrei­ben. Das ver­min­dert Trans­port­we­ge. Zudem lie­fern die MBA nach der Ver­rot­tung oder Ver­gä­rung der Abfäl­le rund zu zwei Drit­teln ein boden­ähn­li­ches Sub­strat und zu einem Drit­tel heiz­wertrei­che Stof­fe, die zur Ener­gie­ge­win­nung genutzt wer­den kön­nen.

Die Mehr­weg­quo­te bei Geträn­ke­ver­pa­ckun­gen ist bun­des­weit dra­ma­tisch gesun­ken. Die Hoff­nun­gen, die mit der Ein­füh­rung des Pflicht­pfands ver­bun­den wur­den, haben sich also offen­sicht­lich nicht erfüllt, weil die Wirt­schaft auf Ein­weg aus­ge­wi­chen ist. Das scha­det nicht nur der Umwelt, son­dern kos­tet auch jede Men­ge Arbeits­plät­ze in der Geträn­ke­wirt­schaft.

Die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung bzw. der Land­tag sind auf­ge­for­dert:

  • im Bun­des­rat auf die Ein­füh­rung einer Res­sour­cen­ver­brauchs­ab­ga­be hin­zu­wir­ken, die zu einem bes­se­ren Umgang mit Res­sour­cen füh­ren und dadurch Umwelt­schä­den ver­rin­gern soll; der Preis­nach­teil von Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen wird dadurch redu­ziert.
  • ein Pro­gramm auf­zu­le­gen, wel­ches die Ein­füh­rung von bio­lo­gisch-mecha­ni­schen Abfall­be­hand­lungs­an­la­gen in Bay­ern för­dert.
  • den Müll­im­port aus dem Aus­land ent­spre­chend den Mög­lich­kei­ten des Abfall­ver­brin­gungs­ge­set­zes zu ver­bie­ten.
  • auf ein völ­li­ges Ver­bot von Plas­tik-Ein­kaufs­tü­ten zu drän­gen.
  • die öffent­li­che Hand zu einem öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen Beschaf­fungs­we­sen mit Bevor­zu­gung von Recy­cling­pro­duk­ten zu ver­pflich­ten.
Was­ser ist kei­ne Ware!

Eigen­tum an Boden­schät­zen, die für die all­ge­mei­ne Wirt­schaft von grö­ße­rer Bedeu­tung sind, an wich­ti­gen Kraft­quel­len, Eisen­bah­nen und ande­ren der All­ge­mein­heit die­nen­den Ver­kehrs­we­gen und Ver­kehrs­mit­teln, an Was­ser­lei­tun­gen und Unter­neh­mun­gen der Ener­gie­ver­sor­gung steht in der Regel Kör­per­schaf­ten oder Genos­sen­schaf­ten des öffent­li­chen Rech­tes zu. (Art. 160)

Die Qua­li­tät des Trink­was­sers in Bay­ern ist unter­schied­lich. In vie­len Regio­nen ist das Was­ser dank eines Sys­tems klein­tei­li­ger Was­ser­ver­sor­gung durch eine Viel­zahl von kom­mu­na­len Was­ser­be­trie­ben sehr gut.

Andern­orts ist die Was­ser­be­las­tung durch Nitra­te viel zu hoch. In Bay­ern muss­ten bereits mehr als 1000 Brun­nen auf­grund der Nitrat­be­las­tung geschlos­sen wer­den. Bei ande­ren Brun­nen muss das gewon­ne­ne Was­ser mit Was­ser aus ande­ren Regio­nen ver­dünnt wer­den, um über­haupt den zuläs­si­gen Grenz­wert von 50 mg/l zu errei­chen. Und selbst die­ser Grenz­wert ist aus Sicht von Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen ein­deu­tig zu hoch; er muss also ange­passt wer­den.

Die Lan­des­re­gie­rung muss Kon­zep­te ent­wi­ckeln, wie die Was­ser­ver­sor­gung auch in Fran­ken, wo durch den Kli­ma­wan­del und die Belas­tung durch die Land­wirt­schaft Trink­was­ser­man­gel ent­ste­hen wird, sicher­ge­stellt wer­den kann.

Ins­ge­samt ist auch die Was­ser­ver­sor­gung in Bay­ern stark ver­al­tet. Ein Groß­teil der Ver­sor­gung wur­de zwi­schen 1960 bis 1980 gebaut und braucht drin­gend eine Moder­ni­sie­rung. Auch hier ist die Lan­des­re­gie­rung in der Pflicht, denn die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung muss ernst genom­men wer­den.

Die Was­ser­grund­ge­bühr in Bay­ern ist allei­ne in den Jah­ren zwi­schen 2014 und 2016 um 11 Pro­zent gestie­gen. Zudem schwankt der Was­ser­preis stark zwi­schen den ein­zel­nen Regio­nen. 2016 ergab sich je nach Wohn­ort eine Preis­span­ne von 0,89 Euro bis hin zu 2,99 Euro pro Kubik­me­ter. Für DIE LINKE ist Trink­was­ser ein Men­schen­recht. Somit ist es eine staat­li­che Auf­ga­be, Was­ser in guter Qua­li­tät zu einem ange­mes­se­nen Preis flä­chen­de­ckend anzu­bie­ten.

DIE LINKE wen­det sich gegen Pri­va­ti­sie­run­gen bei der Was­ser­wirt­schaft und damit auch gegen die Pri­va­ti­sie­rung von regio­na­len Stadt­wer­ken. Zudem setzt sich DIE LINKE für einen Kampf gegen Kor­rup­ti­on bei der Ver­ga­be von Bau­auf­trä­gen beim Bau von Klär­an­la­gen, Lei­tungs­net­zen und ande­ren öffent­li­chen Vor­ha­ben ein.

Bay­erns Wald: Kul­tur­gut, Nah­erho­lungs­ge­biet und Wirt­schafts­fak­tor

Für den Schutz von Was­ser, Luft und Boden haben die baye­ri­schen Wäl­der eine her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung. Durch Mono­kul­tu­ren und die aus­schließ­lich gewinn­ori­en­tier­te Bewirt­schaf­tung ist ihr Zustand besorg­nis­er­re­gend. Bay­ern ist arm an öko­lo­gisch wert­vol­len Natur­wäl­dern, die sich natür­lich ent­wi­ckeln dür­fen. Als ein­zi­ge Lan­des­re­gie­rung blo­ckiert die CSU die forst­po­li­ti­schen Vor­ga­ben der natio­na­len Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie.

Die baye­ri­schen Wäl­der die­nen vor­ran­gig dem Gemein­wohl und der Daseins­vor­sor­ge und erst danach der Holz­nut­zung und Erwerbs­funk­ti­on. Ziel lin­ker Poli­tik ist die Erhal­tung einer flä­chen­de­cken­den Land- und Forst­wirt­schaft sowie auch die Gewin­nung von Ein­kom­mens­al­ter­na­ti­ven für die Land- und Forst­wir­te. Die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­on hat sich an den loka­len Stand­ort­be­din­gun­gen und den Bedürf­nis­sen der Men­schen zu ori­en­tie­ren. Um dem Kli­ma­wan­del zu trot­zen bedarf es einer geziel­ten För­de­rung stand­ort­hei­mi­scher Baum­ar­ten. Beson­ders betrof­fen hier­von sind die Alpen und die ost­baye­ri­schen Mit­tel­ge­bir­ge. Von den 260.000 ha Wald in den baye­ri­schen Alpen sind vie­le Bestän­de von Fich­ten domi­niert und anfäl­lig für den Kli­ma­wan­del. Ihre Funk­ti­on als Schutz­wald ist des­halb zuneh­mend ein­ge­schränkt, die Sicher­heit im Alpen­raum gefähr­det.

Die LINKE steht für:

  • die Ableh­nung der Pri­va­ti­sie­rung von Staats- und Kom­mu­nal­wäl­dern.
  • den Rück­kauf pri­va­ti­sier­ter Wäl­der.
  • eine Rück­kehr zur bewähr­ten Forst­ver­wal­tungs­struk­tur, denn die Forst­re­form der CSU opfert den baye­ri­schen Staats­wald einer kurz­sich­ti­gen Pro­fit­ori­en­tie­rung.
  • den Schutz und die Rena­tu­rie­rung aller Moo­re in den Staats­wäl­dern.
  • die Über­ar­bei­tung und Wei­ter­ent­wick­lung des Wald­ge­set­zes für Bay­ern, den Vor­rang von natur­schutz­re­le­van­ten Zie­len vor öko­no­mi­scher Nut­zung sowie das Ver­bot von groß­flä­chi­gen Kahl­schlä­gen und des Pes­ti­zid­ein­sat­zes.
  • eine Erhö­hung der Finanz­mit­tel für das Ver­trags­na­tur­schutz­pro­gramm Wald.
  • aus­rei­chend Stel­len für Bera­tungs­förs­ter zur Unter­stüt­zung der Wald­be­sit­zer.
  • ein Gesamt­nut­zungs­kon­zept für holz­nut­zungs­freie Wäl­der. Min­des­tens 10 Pro­zent der Staats­wäl­der sol­len sich natür­lich ent­wi­ckeln.
  • ein lan­des­wei­tes Ver­bund­sys­tem an Natur­wäl­dern.
  • den Vor­rang des Schut­zes der Lebens­räu­me von Tier- und Pflan­zen­ar­ten in den Wäl­dern vor der Holz­nut­zung.
  • die För­de­rung nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft als Motor für die Ent­wick­lung länd­li­cher Räu­me und des Tou­ris­mus.
  • einen Aus­bau der Kli­ma­for­schung Wald – Forst – Holz.
  • den Erhalt von Alle­en als Kul­tur­gü­ter.
  • eine For­cie­rung der Berg­wal­d­of­fen­si­ve ver­bun­den mit grenz­über­schrei­ten­der Zusam­men­ar­beit im Rah­men der euro­päi­schen Alpen­raum­stra­te­gie.
  • ernst­haf­te Bemü­hun­gen für eine flä­chen­de­cken­de regio­na­le Anpas­sung der Fors­te an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels.
Tier­schutz: Ein Gebot der Mensch­lich­keit

DIE LINKE setzt sich für eine art­ge­rech­te Tier­hal­tung ein. Nutz­tie­re müs­sen ihr ange­bo­re­nes Ver­hal­tens­re­per­toire aus­le­ben kön­nen. DIE LINKE for­dert die För­de­rung von For­schung und den Ein­satz von Metho­den, die Tier­ver­su­che erset­zen. Wir set­zen uns für ein Ver­bands­kla­ge­recht von Tier­schutz- und Tier­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen ein. Bis­her kön­nen nur Tier­hal­ter oder Tier­nut­zer, wie zum Bei­spiel Expe­ri­men­ta­to­ren, gegen Tier­schutz­auf­la­gen kla­gen. Das heißt, es kann nur kla­gen, wer weni­ger Tier­schutz durch­set­zen will. Mit einem Ver­bands­kla­ge­recht könn­te die Ein­hal­tung gel­ten­der Tier­schutz­be­stim­mun­gen gericht­lich geprüft und durch­ge­setzt wer­den. Wild­le­ben­de Tie­re sind eine Berei­che­rung für Bay­ern. Die Wie­der­an­sied­lung hier aus­ge­rot­te­ter Tier­ar­ten ist mög­lich und sinn­voll. Die­se dür­fen nicht wirt­schaft­li­chen und par­tei­po­li­ti­schen Inter­es­sen durch will­kür­li­che Abschüs­se geop­fert wer­den.

DIE LINKE for­dert:

  • eine Stär­kung des baye­ri­schen Tier­schutz­bei­rats durch eine gesetz­li­che Ver­an­ke­rung und ein­Ve­to­recht. Sei­ne Bestel­lung soll durch den Land­tag erfol­gen.
  • eine art­ge­rech­te Tier­hal­tung durch Aus­bau der Offen­stäl­le, aus­rei­chen­den Platz sowie genü­gend Bewe­gungs­mög­lich­kei­ten. Anbin­de­hal­tung für Milch­kü­he, Spal­ten­bö­den für Schwei­ne, Pelz­tier­far­men und Käfig­hal­tung von Geflü­gel sind damit nicht ver­ein­bar. Klei­ne Betrie­be sind vom Frei­staat bei ent­spre­chen­den Umbau­maß­nah­men beson­ders zu för­dern.
  • end­lich tier­schutz­ge­rech­te Rah­men­be­din­gun­gen für Zucht, Hal­tung und Mast von Kanin­chen.
  • ein Ver­bot von Akkord­ar­beit und Dum­ping­löh­nen in Schlacht­hö­fen sowie eine Video­über­wa­chung der Arbeits­läu­fe.
  • das Ver­bot des Schlach­tens und chir­ur­gi­sche Mani­pu­la­tio­nen an Tie­ren ohne wirk­sa­me Betäu­bung und ins­be­son­de­re die Abschaf­fung der betäu­bungs­lo­sen Kas­tra­ti­on von männ­li­chen Fer­keln, der Kuhen­thor­nung, dem Schna­bel­kür­zen sowie dem Cou­pie­ren von Schwei­ne­schwän­zen.
  • das Ver­bot von Tier­ver­su­chen.
  • eine tier­ver­suchs­freie Aus­bil­dung an den baye­ri­schen Unis.
  • eine Kenn­zeich­nungs­pflicht für vega­ne Pro­duk­te sowie Flüs­sig­ei- und Eipro­duk­te bezüg­lich ihrer Her­kunft.
  • das Ver­bot der Ein­fuhr und des Han­dels von Wild­tie­ren und Rep­ti­li­en aus aller Welt sowie ein Ein­fuhr­ver­bot für Pelz­pro­duk­te.
  • das mit­tel­fris­ti­ge Ver­bot der Hal­tung von Tie­ren im Zir­kus und zu Zwe­cken der Unter­hal­tung.
  • art­ge­rech­te Hun­de­hal­tung, ins­be­son­de­re das Ver­bot, ein­zel­ne Hun­de auf unbe­wohn­ten Grund­stü­cken zu hal­ten sowie die Ein­füh­rung eines Hun­de­füh­rer­scheins.
  • das Ver­bot des Schen­kel­bran­des bei Pfer­den.
  • die Ein­füh­rung eines Tau­ben­ma­nage­ments und einer Kas­tra­ti­ons­pflicht für frei­lau­fen­de Kat­zen.
  • kla­re Rege­lun­gen zum Ver­bot von Qual­zuch­ten sowie die Durch­set­zung von stren­gen Min­dest­an­for­de­run­gen für Tier­zucht und Tier­han­del, ins­be­son­de­re auch für Fut­ter­tie­re.
  • das Stop­pen von lan­gen Schlacht­tier­trans­por­ten über drei Stun­den hin­aus. Tie­re sind grund­sätz­lich am nächst­ge­le­ge­nen Schlacht­hof zu schlach­ten.
  • kei­ne will­kür­li­che Tötung von Haus­tie­ren im Wald und ein Ver­bot der Hob­by­jagd. Ver­stö­ße gegen das Tier­schutz­recht sind kon­se­quent zu ahn­den.
  • die Unter­stüt­zung von Tier­schutz­ver­ei­nen, Tier­ta­feln, ein För­der­pro­gramm für Inves­ti­ti­ons­kos­ten und den lau­fen­den Betrieb der Tier­hei­me sowie von Gna­den­hö­fen und Wild­tier­auf­fang­sta­tio­nen.
  • ein ent­schlos­se­nes Vor­ge­hen gegen ille­ga­len Wel­pen­han­del. Bis­her stellt ille­ga­ler Wel­pen­han­del eine Ord­nungs­wid­rig­keit dar. Um die Abschre­ckungs­wir­kung zu erhö­hen, soll sich die Staats­re­gie­rung auf Bun­des­ebe­ne für die Ein­füh­rung eines ent­spre­chen­den Straf­tat­be­stands in das Tier­schutz­ge­setz ein­set­zen.
  • die Ein­füh­rung des Staft­be­stands der Zoo­phi­lie.
  • Auf­klä­rungs­ar­beit über Tier­schutz und Tier­rech­te an Schu­len sowie einen bes­se­ren Schutz von Tier­rechts­ak­ti­vis­ten, die Miss­stän­de auf­de­cken.

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