Bil­dung: Abschluss statt Aus­schluss!


MEHR Lehr­kräf­te für klei­ne­re Klas­sen

DIE LINKE. Bay­ern will gebüh­ren­freie Ganz­tags­be­treu­ung in Kin­der­ta­ges­stät­ten und Schu­len. Die Kitas sol­len wochen­tags zehn Stun­den geöff­net sein. Kin­der brau­chen gute Schul­bil­dung, auch wenn ihre Eltern kei­ne Nach­hil­fe bezah­len kön­nen. Wir strei­ten für mehr Leh­re­rin­nen und Leh­rer sowie für klei­ne­re Klas­sen. Der Zugang zu den Hoch­schu­len soll ver­ein­facht wer­den. Von der Kita bis zur Wei­ter­bil­dung muss Bil­dung kos­ten­frei sein.

Gute Bil­dung für alle statt sozia­ler Aus­le­se

„Jeder Bewoh­ner Bay­erns hat Anspruch dar­auf, eine sei­nen erkenn­ba­ren Fähig­kei­ten und sei­ner inne­ren Beru­fung ent­spre­chen­de Aus­bil­dung zu erhal­ten.“ Arti­kel 128 (1) der Baye­ri­schen Ver­fas­sung

Das Bil­dungs­we­sen in Bay­ern ist weit davon ent­fernt, Bil­dung als Men­schen­recht zu ver­wirk­li­chen. Statt­des­sen wer­den bestehen­de gesell­schaft­li­che Ungleich­hei­ten ver­stärkt: durch Wett­be­werbs­ori­en­tie­rung, früh­zei­ti­ge Aus­le­se und sozia­le Aus­gren­zung. Nir­gend­wo anders in der Repu­blik hän­gen die Ent­wick­lungs­chan­cen von Kin­dern und jun­gen Men­schen so sehr von den finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen und dem sozia­len Sta­tus der Eltern ab wie in Bay­ern. Die Chan­ce auf höhe­re Bil­dungs­ab­schlüs­se ist bei glei­cher Leis­tungs­fä­hig­keit für Kin­der aus Arbei­ter­fa­mi­li­en um ein Viel­fa­ches schlech­ter als für Kin­der aus Fami­li­en mit aka­de­mi­scher Bil­dung oder aus wohl­ha­ben­den Eltern­häu­sern. Kin­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben deut­lich schlech­te­re Chan­cen auf einen guten Schul­ab­schluss als ande­re. Kin­der, die mit Behin­de­run­gen auf­wach­sen, kön­nen in der Regel nicht mit gleich­alt­ri­gen Kin­dern zusam­men ler­nen.

Im öffent­li­chen Bil­dungs­sys­tem wur­de in den letz­ten Jah­ren mas­siv gekürzt, die Bil­dungs­aus­ga­ben in Deutsch­land blei­ben hin­ter der inter­na­tio­na­len Ent­wick­lung weit zurück: Nach OECD-Anga­ben lagen die­se im Jahr 2015 bei nur 4,3 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP), woge­gen der OECDDurch­schnitt bei 5,2 Pro­zent lag, in Nor­we­gen bei­spiels­wei­se bei 6,2 Pro­zent. Und in Bay­ern als einem der reichs­ten Bun­des­län­der Deutsch­lands liegt der Anteil der Bil­dungs­aus­ga­ben am BIP noch unter dem Bun­des­durch­schnitt. Gleich­zei­tig wur­den eli­tä­re Pres­ti­ge­pro­jek­te vor­an­ge­trie­ben, die den Leis­tungs­druck wei­ter erhö­hen: die Pri­va­ti­sie­run­gen von Schu­len, die Exzel­lenz­in­itia­ti­ve an den Hoch­schu­len und die Zusam­men­ar­beit von Hoch­schu­len und Groß­kon­zer­nen.

DIE LINKE ver­tritt ein eman­zi­pa­to­ri­sches Bil­dungs­ver­ständ­nis. Bil­dung muss in die Lage ver­set­zen, gesell­schaft­li­che und wirt­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge zu erken­nen, sich eine eigen­stän­di­ge Mei­nung bil­den und die eige­nen Inter­es­sen selbst­be­wusst und wirk­sam ver­tre­ten zu kön­nen. Ein moder­nes Bil­dungs­sys­tem muss den Zugang zu Bil­dung dis­kri­mi­nie­rungs­frei ermög­li­chen. Glei­cher Zugang zu Bil­dung für jeden Men­schen ist grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für gesell­schaft­li­che Teil­ha­be, für per­sön­li­che Ver­wirk­li­chung und Selbst­be­stim­mung sowie sozia­le Gerech­tig­keit in der Gesell­schaft. Ein demo­kra­ti­sches Bil­dungs­we­sen darf nie­man­den aus­gren­zen, son­dern muss sich um indi­vi­du­el­le För­de­rung und den akti­ven Aus­gleich von Benach­tei­li­gun­gen und Beein­träch­ti­gun­gen bemü­hen. Dazu gehö­ren das Ver­bot jeg­li­cher Bil­dungs­ge­büh­ren oder ‑bei­trä­ge und die kon­se­quen­te Absa­ge an mehr­glied­ri­ge Schul­sys­te­me sowie ein Inklu­si­ons­kon­zept, das die Ver­schie­den­heit der Men­schen als Nor­ma­li­tät und Berei­che­rung begreift.

Der glei­che und gleich­be­rech­tig­te Zugang zu umfas­sen­der und hoher Bil­dung ist zudem eine der wich­tigs­ten Mensch­heits­fra­gen des 21. Jahr­hun­derts. Um den gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen, aber auch Ent­wick­lungs­pro­ble­men der Mensch­heit ver­ant­wor­tungs­be­wusst begeg­nen zu kön­nen – kurz: für die Ent­wick­lung einer sozi­al gerech­ten und demo­kra­ti­schen Gesell­schaft – ist hohes Wis­sen und Kön­nen nötig sowie der ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te und das eige­ne Han­deln kri­tisch reflek­tie­ren­de Umgang mit neu­en wis­sen­schaft­li­chen Ein­sich­ten und tech­no­lo­gi­schen Errun­gen­schaf­ten. Damit die Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ihren Bei­trag zur demo­kra­ti­schen Gesell­schaft leis­ten kön­nen, müs­sen sie allen zugäng­lich und demo­kra­tisch ver­fasst sein.

Um ihrer gesell­schaft­li­chen Bedeu­tung gerecht zu wer­den, um alle Bil­dungs­auf­ga­ben aus­rei­chend finan­zie­ren zu kön­nen, muss Bil­dung als gesamt­ge­sell­schaft­li­che und öffent­li­che Auf­ga­be von Bund und Län­dern gemein­sam begrif­fen wer­den und ein wach­sen­der Anteil des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für öffent­li­che Bil­dungs­aus­ga­ben zur Ver­fü­gung ste­hen. Für Bil­dung und Aus­bil­dung muss genü­gend Zeit zur Ver­fü­gung ste­hen. Das gilt für die vor­schu­li­sche und schu­li­sche Bil­dung wie für die Hoch­schu­le, für die Wege in den Beruf in Form des Rechts auf einen Aus­bil­dungs­platz sowie eine gebüh­ren­freie und voll­qua­li­fi­zie­ren­de Aus­bil­dung und alle For­men lebens­be­glei­ten­den Ler­nens.

DIE LINKE will, dass allen Inter­es­sier­ten Bil­dungs­mög­lich­kei­ten auf kul­tu­rel­lem, wirt­schaft­li­chem, beruf­li­chem, sozia­lem und poli­ti­schem Gebiet ohne Zugangs­schran­ken offen­ste­hen, und damit allen Men­schen die Mög­lich­keit zur Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung, zum Erwerb von Schlüs­sel­kom­pe­ten­zen und zu poli­ti­scher Teil­ha­be gebo­ten wird. Die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung muss in Bay­ern stär­ker geför­dert wer­den. Hier­für müs­sen öffent­li­che Gel­der bereit­ge­stellt wer­den. DIE LINKE setzt sich auch dafür ein, die Unter­neh­men für die Wei­ter­bil­dung ihrer Beschäf­tig­ten in die Pflicht zu neh­men. Zur Finan­zie­rung wird eine soli­da­ri­sche Umla­ge­fi­nan­zie­rung ein­ge­rich­tet, in die Betrie­be ent­spre­chend der Anzahl ihrer Beschäf­tig­ten ein­zah­len.

DIE LINKE steht für:

  • die Aner­ken­nung des Men­schen­rechts auf Bil­dung als gesamt­ge­sell­schaft­li­che und öffent­li­che Auf­ga­be. Das in der Baye­ri­schen Ver­fas­sung und im Grund­ge­setz ver­an­ker­te Recht auf Berufs­wahl­frei­heit muss umge­setzt wer­den. Dazu gehö­ren die voll­stän­di­ge Lehr- und Lern­mit­tel­frei­heit sowie eine Absa­ge an jede Form der Pri­va­ti­sie­rung von Bil­dungs­auf­ga­ben und ‑insti­tu­tio­nen sowie das Ver­bot von Gebüh­ren und Bei­trä­gen wie Stu­di­en­bei­trä­ge oder Bücher­geld.
  • mehr Geld für Bil­dung: Die öffent­li­chen Bil­dungs­aus­ga­ben sol­len schritt­wei­se auf 7 Pro­zent des Lan­des­haus­halts erhöht wer­den und dau­er­haft am wach­sen­den Bedarf aus­ge­rich­tet sein. Die Föde­ra­lis­mus­re­form, das heißt ins­be­son­de­re das Ver­bot der Zusam­men­ar­beit von Bund und Län­dern im Bil­dungs­be­reich, ist rückg.ngig zu machen, das Koope­ra­ti­ons­ver­bot umge­hend abzu­schaf­fen.
  • die umfas­sen­de Ver­wirk­li­chung von Inklu­si­on und indi­vi­du­el­ler För­de­rung: Das bedeu­tet die Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on, die Erset­zung der schu­li­schen Viel­glied­rig­keit durch eine Schu­le für alle, die Redu­zie­rung der Grup­pen- und Klas­sen­stär­ken, die not­wen­di­gen per­so­nel­len und mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen dafür durch Bund, Län­der und Kom­mu­nen sowie Lehr- und Lern­kon­zep­te für hete­ro­ge­ne Lern­grup­pen.
  • den akti­ven Aus­gleich struk­tu­rell beding­ter sozia­ler und ande­rer Benach­tei­li­gun­gen. Dies meint eine Abkehr von sank­tio­nie­ren­den Lehr­me­tho­den wie dem „Sit­zen­blei­ben“ eben­so wie eine umfas­sen­de Reform des BAföG: eine Anhe­bung der Frei­be­trä­ge und Bedarfs­sät­ze um jeweils 10 Pro­zent­Pro­zent, die Gewäh­rung als Voll­zu­schuss, die auto­ma­ti­sche jähr­li­che Dyna­mi­sie­rung der För­der­be­trä­ge und Frei­be­trä­ge sowie die Abschaf­fung von Höchst­al­ters­gren­zen und För­de­rungs­höchst­dau­ern. Mit­tel­fris­tig ist eine grund­le­gen­de Struk­tur­re­form des BAföG ein­zu­lei­ten hin zur eltern­un­ab­hän­gi­gen För­de­rung für alle in Aus­bil­dung befind­li­chen Voll­jäh­ri­gen, natür­lich ohne neue sozia­le Benach­tei­li­gun­gen ent­ste­hen zu las­sen. Jun­ge Men­schen müs­sen über ihren Bil­dungs­weg finan­zi­ell unab­hän­gig von ihren Eltern ent­schei­den kön­nen.
  • die dau­er­haf­te, ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge und tarif­ver­trag­li­che Rege­lung der Arbeits­ver­hält­nis­se in sämt­li­chen Bil­dungs­be­rei­chen und den Aus­bau der Mit­be­stim­mungs­rech­te der Beschäf­tig­ten – in den Kitas genau­so wie an den Hoch­schu­len oder Volks­hoch­schu­len – sowie das Ver­bot von Leih­ar­beit im Bil­dungs­we­sen. Die Ver­ga­be öffent­li­cher Mit­tel und Auf­trä­ge muss an die­se Min­dest­stan­dards gekop­pelt wer­den.
  • die insti­tu­tio­nel­le Ver­an­ke­rung der Demo­kra­ti­sie­rung der Bil­dungs­ein­rich­tun­gen sowie Mit­be­stim­mungs­rech­te der Ler­nen­den, Leh­ren­den und ande­ren Beschäf­tig­ten.
  • Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit und eine akti­ve Gleich­stel­lungs­po­li­tik durch die För­de­rung von geschlechts­sen­si­blem Unter­richt und Men­to­ring-Pro­gram­men, durch die bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Eltern­schaft und Stu­di­um, durch eine ver­bind­li­che, mit Sank­tio­nen ver­knüpf­te Quo­tie­rung für ein aus­ge­gli­che­nes Ver­hält­nis zwi­schen den Geschlech­tern auf allen Kar­rie­re­stu­fen sowie Schaf­fung regu­lä­rer, unbe­fris­te­ter Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se.
  • die För­de­rung offe­ner Lehr­ma­te­ria­li­en (Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces) zur frei­en Nut­zung in Kitas, Schu­len und Hoch­schu­len. Die Mög­lich­kei­ten digi­ta­ler und inter­ak­ti­ver Medi­en sol­len stär­ker ent­fal­tet und im Sin­ne eines sozi­al gerech­ten Ler­nens für alle ein­ge­setzt wer­den. Lehr- und Lern­ma­te­ria­li­en sol­len stär­ker unter Ein­be­zie­hung von Leh­ren­den sowie von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern gestal­tet wer­den.
Eine Schu­le für alle

Nir­gends ist das Bil­dungs­sys­tem sozi­al selek­ti­ver als in Bay­ern, in kei­nem ande­ren Bun­des­land wer­den Bil­dungs­chan­cen so stark ver­erbt. Selbst von den Kin­dern, die es auf das Gym­na­si­um schaf­fen, errei­chen nur zwei Drit­tel das Abitur. Die baye­ri­sche LINKE setzt auf eine zehn­jäh­ri­ge gemein­sa­me Schu­le für alle. Alle Kin­der und Jugend­li­che – ins­be­son­de­re aus finan­zi­ell benach­tei­lig­ten Fami­li­en und Kin­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund – müs­sen umfas­send Zugang zu höhe­rer Bil­dung erhal­ten.

„Eine Schu­le für alle“ beschreibt Wege zu einer gemein­sa­men Schu­le für alle Kin­der, unab­hän­gig von sozia­ler, kul­tu­rel­ler oder eth­ni­scher Her­kunft, unab­hän­gig von Alter und Geschlecht, unab­hän­gig von der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit und unab­hän­gig von Behin­de­run­gen. Die­se Schu­le ist von einer Lehr-und Lern­kul­tur gekenn­zeich­net, in der gegen­sei­ti­ge Ach­tung und Akzep­tanz wie auch das Ler­nen mit- und von­ein­an­der selbst­ver­ständ­lich sind. Sie för­dert kol­lek­ti­ves und regt indi­vi­du­el­les Ler­nen an. Sie ver­mit­telt den Umgang mit Ver­schie­den­heit und somit inter­kul­tu­rel­le Kom­pe­tenz; sie sen­si­bi­li­siert für Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit. Dadurch wird ermög­licht, dass alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler erfolg­reich einen Schul­ab­schluss errei­chen kön­nen.

DIE LINKE in Bay­ern setzt sich für Maß­nah­men ein, die das Wie­der­ho­len von Jahr­gangs­stu­fen unnö­tig machen. Flä­chen- und bedarfs­de­ckend sind Ganz­tags­schu­len anzu­bie­ten, die nicht ledig­lich „Ver­wahr­an­stal­ten am Nach­mit­tag“ sind. Ganz­tags­schu­len sind so ein­zu­rich­ten, dass den Schü­le­rin­nen und Schü­lern auch nach­mit­tags Bil­dungs- und Betreu­ungs­an­ge­bo­te zur Ver­fü­gung ste­hen, ins­be­son­de­re für krea­ti­ves und expe­ri­men­tel­les Ler­nen. Bei der Erle­di­gung der Übungs- und Wie­der­ho­lungs­auf­ga­ben wer­den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler von voll qua­li­fi­zier­ten Lehr­kräf­ten unter­stützt. Die­se Ganz­tags­schu­len müs­sen gemein­sam mit der frei­en Jugend­hil­fe, mit Ver­ei­nen und der ört­li­chen Sozi­al­ar­beit ent­wi­ckelt und gestal­tet wer­den. Sie sind auch eine wich­ti­ge Ent­las­tung von allein­er­zie­hen­den und/oder berufs­tä­ti­gen Eltern. Beson­ders in Bal­lungs­zen­tren braucht es hier mehr Plät­ze.

Die Aus­bil­dung der Leh­re­rin­nen und Leh­rer an baye­ri­schen Uni­ver­si­tä­ten muss künf­tig den Erfor­der­nis­sen inklu­si­ver Bil­dung und der inne­ren Schul­ent­wick­lung bes­ser Rech­nung tra­gen. Daher müs­sen in der Leh­rer- und Leh­re­rin­nen­bil­dung Schwer­punk­te auf die Her­aus­bil­dung psy­cho­lo­gi­scher sowie päd­ago­gi­scher Kom­pe­ten­zen und zur Gestal­tung inklu­si­ver Lern­pro­zes­se gesetzt wer­den. Dazu gehört der pro­fes­sio­nel­le Umgang mit hete­ro­ge­nen Lern­grup­pen genau­so wie mit einer zuneh­mend inter­kul­tu­rell zusam­men­ge­setz­ten Schü­le­rin­nen- und Schü­ler­schaft.

Wir wol­len den Leh­rer­be­ruf vom lauf­bahn­recht­li­chen Bal­last befrei­en: Gleich­wer­ti­ge Aus­bil­dun­gen sol­len auch zu gleich­wer­ti­gen Berufs­per­spek­ti­ven füh­ren. Des­halb setzt sich DIE LINKE ins­be­son­de­re für eine Abkehr vom schul­ar­ten­be­zo­ge­nen und der Hin­wen­dung zu einem schul­stu­fen­be­zo­ge­nen Lehr­amts­stu­di­um ein – inklu­si­ve glei­cher Stu­di­en­zei­ten und Besol­dung für sämt­li­che Lehr­amts­stu­di­en­gän­ge.

Inklu­si­on statt Exklu­si­on: Um eine inklu­si­ve Schu­le her­zu­stel­len müs­sen Nach­tei­le abge­baut wer­den. DIE LINKE wird sich dafür ein­set­zen, die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on an Schu­len kon­se­quent durch­zu­set­zen. Eben­so soll an Schu­len ver­stärkt Schul­so­zi­al­ar­beit statt­fin­den sowie ein von päd­ago­gisch aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal durch­ge­führ­tes Nach­mit­tags­pro­gramm. Län­der und Kom­mu­nen müs­sen dafür ein Inves­ti­ti­ons­pro­gramm „Inklu­si­ve Bil­dung“ auf­le­gen um Bil­dungs­ein­rich­tun­gen umfas­send bar­rie­re­frei umzu­bau­en und aus­zu­stat­ten.

Lebens­ge­stal­tung als Ziel – Ethik­un­ter­richt für alle: Wir wol­len den Ethik­un­ter­richt so refor­mie­ren, dass alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit ihren unter­schied­li­chen welt­an­schau­li­chen, kul­tu­rel­len und reli­giö­sen Hin­ter­grün­den gemein­sam über ethi­sche Fra­gen dis­ku­tie­ren kön­nen. Der bekennt­nis­ori­en­tier­te Reli­gi­ons­un­ter­richt an Schu­len soll als Wahl­fach ange­bo­ten wer­den, an dem sich alle Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten betei­li­gen kön­nen

Der Kru­zi­fix-Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts von 1995 muss in Bay­ern end­lich umge­setzt wer­den. Reli­giö­se Sym­bo­le haben an staat­li­chen Ein­rich­tun­gen nichts zu suchen; die­se müs­sen reli­gi­ös und welt­an­schau­lich neu­tral sein.

Das Men­schen­recht auf freie Reli­gi­ons­aus­übung schließt das Recht auf öffent­li­ches Bekennt­nis zu einer Reli­gi­on ein. DIE LINKE spricht sich gegen Ver­bo­te von reli­gi­ös moti­vier­ter Beklei­dung aus und lehnt eine Ein­schrän­kung von Beschäf­tig­ten­rech­ten auf die­ser Grund­la­ge ab.

Der rechts­wirk­sa­me Ein­tritt und Aus­tritt aus einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft bzw. Kir­che oder welt­an­schau­li­chen Gemein­schaft muss für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kos­ten­frei sein und darf nicht behin­dert wer­den.

Ande­re Noten­ge­bung

Eine rein auf Zah­len basie­ren­de Bewer­tung von Leis­tung bil­det weder den Lern­fort­schritt der Schü­le­rin­nen und Schü­ler adäquat ab, noch hilft sie ihnen, ihre Feh­ler bes­ser zu erken­nen und zu kor­ri­gie­ren. DIE LINKE wird sich dafür ein­set­zen, das bis­he­ri­ge Noten­sys­tem zu refor­mie­ren. Dazu gehört eine Abschaf­fung von Schul­no­ten bis ein­schließ­lich der 6. Klas­se.

Glei­che Teil­ha­be für alle

Eine Schu­le für alle muss auch allen die glei­chen Chan­cen bie­ten. DIE LINKE wird sich dafür ein­set­zen, dass kein Aspekt der Teil­ha­be am Schul­le­ben – ob Nach­mit­tags­an­ge­bot, ob Klas­sen­fahrt, ob Mit­tag­essen – kos­ten­pflich­tig ist. Dar­um wol­len wir mehr Schul­land­hei­me in öffent­li­cher Trä­ger­schaft ein­rich­ten um Klas­sen­fahr­ten zu ermög­li­chen und tre­ten für eine umfas­sen­de Lehr- und Lern­mit­tel­frei­heit ein. Zudem for­dern wir ein kos­ten­frei­es Schü­ler­ti­cket für alle baye­ri­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler unab­hän­gig vom Wohn­ort und der Ent­fer­nung zur Schu­le.

För­de­rung

Wenn Eltern auf pri­va­te Nach­hil­fe für ihre Kin­der ange­wie­sen sind, schlägt die sozia­le Spal­tung zu. Wir set­zen uns für einen Sozi­al­in­dex ein, nach dem Schu­len in Stadt­tei­len mit ein­kom­mens­schwa­cher Bevöl­ke­rung beson­ders unter­stützt wer­den, damit sie För­de­rung anbie­ten kön­nen. Die Gemein­schafts­schu­le för­dert die Kin­der indi­vi­du­ell und umfas­send. Pri­va­te Nach­hil­fe und Haus­auf­ga­ben wer­den über­flüs­sig.

Wir tre­ten für eine umfas­sen­de Berufs- und Stu­di­en­gangs­be­ra­tung an Schu­len ein, die sich Zeit für die ein­zel­nen Schü­le­rin­nen und Schü­ler nimmt und ihre indi­vi­du­el­len Stär­ken und Schwä­chen berück­sich­tigt. Zugleich wen­den wir uns strikt gegen Anwer­be­ver­an­stal­tun­gen der Bun­des­wehr an Schu­len.

Schul­so­zi­al­ar­beit wol­len wir an jeder Schu­le und Berufs­schu­le ver­an­kern. Hat eine Schu­le meh­re­re Schul­tei­le bzw. mehr als 150 Schü­le­rin­nen und Schü­ler, muss mehr als eine Stel­le vor­han­den sein. Es müs­sen aus­rei­chen­de Mit­tel für die Qua­li­fi­zie­rung der Schul­be­glei­te­rin­nen und Schul­be­glei­ter bereit­ge­stellt wer­den. Wir for­dern die Finan­zie­rung eines Schul­be­glei­tungs­pools für die Krei­se durch das Land.

Schul­po­li­ti­sche For­de­run­gen
  • die Über­win­dung des viel­glied­ri­gen Schul­sys­tems durch „eine Schu­le für alle“ als flä­chen­de­cken­des Ganz­tags­an­ge­bot.
  • die Rück­nah­me der Per­so­nal­kür­zun­gen und Arbeits­zeit­ver­län­ge­run­gen sowie die Anrech­nung min­des­tens einer Stun­de (per­spek­ti­visch drei Stun­den) im Wochen­stun­den­de­pu­tat für Lehr­kräf­te mit Klas­sen­lei­tungs­tä­tig­keit, Eltern- und Schü­ler­sprech­stun­den.
  • die Redu­zie­rung von Klas­sen­grö­ßen auf höchs­tens 25 Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Mit­tel­fris­tig sind zwei Lehr­kräf­te für 16 Schü­le­rin­nen und Schü­ler abzu­stel­len, damit auch die­je­ni­gen mit beson­de­rem För­der­be­darf ange­mes­sen unter­rich­tet wer­den kön­nen.
  • die Erpro­bung neu­er Lehr- und Lern­for­men und die Stär­kung der päd­ago­gi­schen Frei­heit der Lehr­kräf­te.
  • die gerech­te und gleich­wer­ti­ge Besol­dung (min­des­tens A 13) von Leh­re­rin­nen und Leh­rern an allen Schul­for­men.
  • die Redu­zie­rung des Fron­tal­un­ter­richts zuguns­ten betei­li­gungs­ori­en­tier­ter Unter­richts­me­tho­den. Geschlech­ter­ge­rech­te und geschlechts­sen­si­ble Unter­richts­ma­te­ria­li­en und ‑metho­den, ins­be­son­de­re mit Blick auf Homo- und Bise­xua­li­tät, Trans­gen­der und Ras­sis­mus.
  • die inklu­si­ve Päd­ago­gik in der Leh­re­rin­nen- und Leh­rer­aus­bil­dung und den Aus­bau der Stu­di­en­plät­ze für Lehr­amts­stu­die­ren­de gemein­sam mit dem Bund – zunächst als Kon­tin­gent im Rah­men des Hoch­schul­pakts. Stu­die­ren­de, die die Lehr­amts­aus­bil­dung in Form eines Bache­lor-/Mas­ter­stu­di­en­gangs absol­vie­ren, erhal­ten nach einem Bache­lor­ab­schluss, auf Wunsch auch nach einer Pra­xis­pha­se, einen Rechts­an­spruch auf einen Mas­ter­stu­di­en­platz um das Stu­di­um erfolg­reich been­den zu kön­nen. Struk­tu­rell soll es nur noch eine schul­stu­fen­be­zo­ge­ne Aus­bil­dung mit gleich­wer­ti­gen Berufs­per­spek­ti­ven geben.
  • die Ein­rich­tung von Schul­so­zi­al­ar­beit in allen Schu­len und deren Ver­ga­be an tarif­treue Trä­ger, die Tarif­ver­trä­ge des öffent­li­chen Diens­tes anwen­den.
  • die Wie­der­her­stel­lung der Aus­bil­dungs­för­de­rung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern an wei­ter­füh­ren­den all­ge­mein­bil­den­den Schu­len in der Ober­stu­fe, Berufs­fach­schu­len sowie Fach- und Fach­ober­schul­klas­sen auch dann, wenn die Schü­le­rin­nen und Schü­ler bei den Eltern woh­nen oder einen eige­nen Haus­halt grün­den.
  • Mit­be­stim­mungs­rech­te für ver­fass­te Ver­tre­tun­gen von Schü­le­rin­nen und Schü­lern bei Schul­ver­wal­tung und Lehr­plan-Erstel­lung.
  • ein Ver­bot von Bun­des­wehr-Auf­trit­ten an Schu­len. Mili­tä­ri­sche Wer­bung ist im Umfeld von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen zu unter­sa­gen. Der Beu­tels­ba­cher Kon­sens ist zu ach­ten.
  • eine Bil­dungs­po­li­tik, die die Schu­le für alle „im Dor­fe“ lässt, die dazu die Funk­tio­nen von Grund- und wei­ter­füh­ren­den, ins­be­son­de­re berufs­bil­den­den Schu­len zusam­men­fasst.
Beruf­li­che Bil­dung ver­bes­sern

Vor allem Hand­werk und Klein­be­trie­be müs­sen sich auf breit­ge­fä­cher­te Aus- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tun­gen stüt­zen kön­nen, die pari­tä­tisch finan­ziert wer­den, statt sich staat­li­cher­seits nur auf weni­ge „Leucht­turm­pro­jek­te“ und Exzel­lenz­för­de­rung zu kon­zen­trie­ren. Die beruf­li­che Erst­aus­bil­dung ist der Ein­stieg in das Berufs­le­ben. Die pre­kä­re Lage auf dem Aus­bil­dungs­markt hat sich trotz weni­ger Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber auf­grund der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung kaum ent­spannt, vie­le Aus­zu­bil­den­de kla­gen über eine man­geln­de Qua­li­tät der Aus­bil­dung und zu gerin­ge Bezah­lung. Unter­neh­men haben die gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung für die Finan­zie­rung und für die Bereit­stel­lung von Aus­bil­dungs­plät­zen wahr­zu­neh­men und dür­fen das Aus­bil­dungs­an­ge­bot nicht von Ren­di­te­zie­len abhän­gig machen. DIE LINKE unter­stützt über­be­trieb­li­che Aus­bil­dungs­ver­bün­de. Auch in der beruf­li­chen Bil­dung sol­len inte­gra­ti­ve Ange­bo­te für Men­schen mit Behin­de­run­gen Vor­rang haben. Lern­be­ein­träch­tig­te, sozi­al Benach­tei­lig­te und Jugend­li­che mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund sind dif­fe­ren­ziert und gezielt zu för­dern. Ziel sind die sozia­le Inte­gra­ti­on und der Zugang zum ers­ten Arbeits­markt. Dazu for­dern wir anony­mi­sier­te Bewer­bungs­ver­fah­ren. Wir leh­nen die Auf­be­wah­rung von Schul­ab­gän­ge­rin­nen und ‑abgän­gern ohne betrieb­li­chen Aus­bil­dungs­platz im so genann­ten „Über­gangs­sys­tem“ ab. Dass Men­schen unter 25 Jah­ren ohne Aus­bil­dungs- und Arbeits­platz laut SGB II eine „Bedarfs­ge­mein­schaft“ mit ihren Eltern bil­den müs­sen, ist ein gesell­schafts­po­li­ti­scher Skan­dal! Die beson­de­re Qua­li­tät der Berufs­aus­bil­dung im dua­len Sys­tem besteht in der Ver­zah­nung von betrieb­li­cher und schu­li­scher Aus­bil­dung. Die Situa­ti­on an vie­len Berufs­schu­len ist aller­dings ver­hee­rend: Stun­den­aus­fall, ver­al­te­te Lehr- und Lern­mit­tel sowie Schul­ge­bäu­de, die oft in einem deso­la­ten Zustand sind. Hier muss die Staats­re­gie­rung für Abhil­fe sor­gen. Die finan­zi­el­le Benach­tei­li­gung vie­ler Berufs- und Fach­ober­schu­len im Ver­gleich zu Gym­na­si­en gehört been­det. Wäh­rend die Aus­bil­dung in den Betrie­ben bun­des­ein­heit­lich durch das Berufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG) und die Aus­bil­dungs­ord­nun­gen gere­gelt ist, unter­liegt die Berufs­schu­le der Rege­lungs­kom­pe­tenz der Län­der. Um die Zusam­men­ar­beit der Lern­or­te Berufs­schu­le und Betrieb zu ver­bes­sern, muss die Berufs­schu­le in das BBiG inte­griert wer­den. Bei­de Lern­or­te, Betrieb und Schu­le, müs­sen gleich­wer­tig neben­ein­an­der ste­hen. Die Berufs­schu­le hat einen eigen­stän­di­gen Bil­dungs­auf­trag, der über das Ver­mit­teln von rei­nem Fach­wis­sen hin­aus­geht. Dar­an muss fest­ge­hal­ten wer­den.

DIE LINKE steht für:

  • die För­de­rung der Aus- und Wei­ter­bil­dung von Beschäf­tig­ten. Ins­be­son­de­re wer­den Men­schen ohne Abitur mit Berufs­er­fah­rung zum Stu­di­um an Uni­ver­si­tä­ten und Fach­hoch­schu­len zuge­las­sen. Es muss einen Aus­bau von Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­ten statt einen Abbau von Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men geben. Vor allem Geflüch­te­ten bleibt der Zugang oft ver­wehrt. Aus­bil­dungs­be­glei­ten­de Maß­nah­men müs­sen an eine Aus­bil­dungs­er­laub­nis und nicht Auf­ent­halts­sta­tus und Her­kunfts­land gekop­pelt wer­den.
  • die finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung der Arbeit­ge­ber, denn Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­mög­lich­keit und Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch müs­sen ermög­licht wer­den.
  • die Befrei­ung von Schul­geld­zah­lun­gen für Aus­zu­bil­den­de in allen Berufs­aus­bil­dun­gen wie Logo­pä­die oder Phy­sio­the­ra­pie in Bay­ern.
  • eine Aus­bil­dungs­ab­ga­be für Unter­neh­men mit mehr als zehn Mit­ar­bei­ten­den, die nicht min­des­tens 7 Pro­zent ihrer Arbeits­plät­ze als qua­li­fi­zier­te Aus­bil­dungs­plät­ze zur Ver­fü­gung stel­len. „Berufs­för­der­maß­nah­men“ sind durch Aus­bil­dungs­werk­stät­ten und Berufs­fach­schu­len mit der Mög­lich­keit auf qua­li­fi­zier­te beruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung im gewünsch­ten Beruf zu erset­zen.
  • berufs­ori­en­tie­ren­de Maß­nah­men, Ver­bes­se­rung und Auf­wer­tung von Berufs­be­ra­tung und Berufs­vor­be­rei­tung sowie end­lich eine sinn­vol­le und enge Ver­zah­nung der Lern­or­te Betrieb und Berufs­schu­le.
  • eine beruf­li­che Bil­dung, die sich spe­zi­ell auf die Anfor­de­run­gen der Arbeit 4.0 ein­stellt, sodass die nöti­gen tech­ni­schen und sozia­len Kom­pe­ten­zen ver­mit­telt wer­den.
  • die Been­di­gung der Aus­beu­tung von Aus­zu­bil­den­den als bil­li­ge Arbeits­kräf­te, eine Aus­bil­dungs­ver­gü­tung, von der Aus­zu­bil­den­de gut leben kön­nen, sowie die Auf­sto­ckung der Berufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe. DIE LINKE unter­stützt die For­de­rung der Gewerk­schafts­ju­gend nach einer Min­dest­aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Heut­zu­ta­ge lebt die Mehr­zahl der Aus­zu­bil­den­den außer­halb des Eltern­hau­ses. Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen, die für den Selbst­un­ter­halt und die sozio­kul­tu­rel­le Teil­ha­be nicht aus­rei­chen, sind nicht akzep­ta­bel.
  • die Erhö­hung der Stel­len für Leh­re­rin­nen und Leh­rer an berufs­bil­den­den Schu­len um min­des­tens 13 Unter­richts-Wochen­stun­den zu gewähr­leis­ten. • die glei­che Besol­dung (Ent­loh­nung nach A 13 bzw. EG 13 TV‑L oder TVöD) aller Lehr­kräf­te für Fach­pra­xis an den berufs­bil­den­den Schu­len und in Berufs­bil­dungs­zen­tren wie Lehr­kräf­te an all­ge­mein­bil­den­den Schu­len. Lehr­kräf­ten mit feh­len­der Lehr­amts­aus­bil­dung (so genann­te Nicht­er­fül­ler) ist eine ihre Erfah­rung berück­sich­ti­gen­de Anpas­sungs­qua­li­fi­zie­rung anzu­bie­ten mit dem Ziel der Gleich­set­zung mit Lehr­kräf­ten mit Lehr­amts­aus­bil­dung (so genann­te Erfül­ler). Damit soll die Vor­aus­set­zung geschaf­fen wer­den, dass alle Lehr­kräf­te für die glei­che Arbeit den glei­chen Lohn erhal­ten. Lehr­kräf­te an Pri­vat­schu­len müs­sen grund­sätz­lich min­des­tens nach den Tarif­ver­trä­gen im öffent­li­chen Dienst ent­lohnt wer­den. Die Zulas­sung muss von die­sem Kri­te­ri­um abhän­gig gemacht wer­den. DIE LINKE. wird sich für die kon­se­quen­te Umset­zung der baye­ri­schen Ver­fas­sung ein­set­zen. Dar­in steht: Art. 134 (1) 1 Pri­vat­schu­len müs­sen den an die öffent­li­chen Schu­len gestell­ten Anfor­de­run­gen ent­spre­chen. 2 Sie kön­nen nur mit Geneh­mi­gung des Staa­tes errich­tet und betrie­ben wer­den. • die Kon­trol­le und Mit­be­stim­mung bei der Aus­bil­dung durch die Aus­zu­bil­den­den­ver­tre­tun­gen und ihrer Gewerk­schaf­ten sowohl in der betrieb­li­chen als auch in der schu­li­schen Aus­bil­dung sowie eine Rechts­ver­ord­nung, die die Wahl einer Inter­es­sen­ver­tre­tung auch in außer­be­trieb­li­chen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen sicher­stellt.
  • eine qua­li­fi­zier­te Aus­bil­dung mit ent­spre­chend geprüf­ten Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­der sowie den Aus­bau beglei­ten­der Hil­fen um auch Aus­zu­bil­den­de aus schwie­ri­gen Lebens- und Fami­li­en­ver­hält­nis­sen durch kom­pe­ten­tes päd­ago­gi­sches Per­so­nal recht­zei­tig zu för­dern. gewünsch­ten Beruf zu erset­zen.
  • ein kos­ten­frei­es Azu­bi­ti­cket für alle baye­ri­schen Azu­bis unab­hän­gig vom Wohn­ort und der Ent­fer­nung zur Aus­bil­dungs­stät­te. • die Über­nah­me nach der Aus­bil­dung in Lan­des­be­hör­den, lan­des­ei­ge­nen Unter­neh­men und Unter­neh­men, an denen das Land betei­ligt ist.
  • die Sen­kung der Hür­den für die Ertei­lung einer PKW-Son­der­ge­neh­mi­gung, mit der Jugend­li­che unter 18 Jah­ren unter bestimm­ten Umstän­den allei­ne mit dem PKW zu ihrer Aus­bil­dungs­stel­le fah­ren dür­fen (zum Bei­spiel wenn die Aus­bil­dungstät­te nicht oder nur schwer mit dem ÖPNV erreich­bar ist).
  • mehr Wohn­hei­me für Azu­bis; denn es ist nicht rea­lis­tisch, von Aus­zu­bil­den­den­ver­gü­tun­gen die Mie­te auf dem kom­mer­zi­el­len Woh­nungs­markt zu bezah­len.
Für eine demo­kra­ti­sche Hoch­schu­le

Die Hoch­schul­po­li­tik hat unter dem Pos­tu­lat der Wett­be­werbs­för­de­rung, poli­tisch gesetz­ter Stand­ort­kon­kur­renz und ver­meint­li­cher Exzel­lenz­för­de­rung den Hoch­schul­all­tag radi­kal ver­än­dert. Dies betrifft nicht nur die Zusam­men­set­zung der Stu­die­ren­den, son­dern auch die ver­mit­tel­ten Inhal­te sowie den Cha­rak­ter des Stu­di­ums. So hat sich die sozia­le Aus­le­se an den Hoch­schu­len durch die Ein­füh­rung der Stu­di­en­ge­büh­ren nach­weis­lich ver­schärft und die Durch­läs­sig­keit des deut­schen Bil­dungs­sys­tems ein wei­te­res Mal ver­rin­gert. Zwar sind die Stu­di­en­ge­büh­ren für das Erst­stu­di­um in Bay­ern durch ein Volks­be­geh­ren erfolg­reich gekippt wor­den, aber durch real schrump­fen­de BAföG­Sät­ze steigt der sozia­le Druck, sodass Stu­die­ren­de aus gering­ver­die­nen­den Haus­hal­ten einer Dop­pel­be­las­tung durch Stu­di­um und Beruf aus­ge­setzt sind und immer häu­fi­ger von einem Stu­di­um abbre­chen müs­sen.

Auch die Umstel­lung von Diplom- und Magis­ter- auf Bache­lor- und Mas­ter­ab­schlüs­se im Rah­men der Bolo­gna-Reform hat­te ver­hee­ren­de Aus­wir­kung auf die Stu­di­en­si­tua­ti­on in Deutsch­land. Mit der Defi­ni­ti­on des Bache­lor zum ers­ten berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss wur­de fak­tisch eine wei­te­re Stu­fe der Selek­ti­on auf dem Weg zu einem wis­sen­schaft­li­chen Abschluss ein­ge­zo­gen; die Reform ist eine wei­te­re Bil­dungs­kür­zung. Statt der erhoff­ten För­de­rung von Mobi­li­tät der Stu­die­ren­den voll­zieht sich die Ein­schrän­kung von selbst­be­stimm­tem und kri­ti­schem Ler­nen und For­schen sowie der per­ma­nen­te Zwang zum Erwerb von Credit Points in strikt regu­lier­ten und modu­la­ri­sier­ten Stu­di­en­gän­gen und die unkri­ti­sche Stan­dar­di­sie­rung von Lehr- und Lern­in­hal­ten. abse­hen bzw. ihr Stu­di­um abbre­chen müs­sen.

Ver­schärft wird die­se Kri­se der Wis­sen­schaf­ten außer­dem durch das Leit­bild der „unter­neh­me­ri­schen Hoch­schu­le“. Anstatt die Auto­no­mie der Hoch­schu­len durch die öffent­li­che Aus­fi­nan­zie­rung sicher­zu­stel­len oder die kri­ti­sche Wis­sen­schaft zu för­dern, wer­den die­se zu einem per­ma­nen­ten Kon­kur­renz­kampf um die Ein­wer­bung von wett­be­werb­lich oder pri­vat ver­ge­be­nen Dritt­mit­teln gezwun­gen. Dies führt dazu, dass die Hoch­schu­len sich bei finanz­star­ken Unter­neh­men anbie­dern, Wis­sen­schaft auf rei­nes Ver­wer­tungs­wis­sen aus­rich­ten, inhalt­li­che und metho­di­sche Plu­ra­li­tät beschrän­ken und Lehr­in­hal­te unkri­tisch an die Ideo­lo­gie des „frei­en Mark­tes“ anpas­sen, wie etwa bei den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten zu beob­ach­ten ist. Bei Koope­ra­tio­nen der Wis­sen­schaft mit Rüs­tungs­un­ter­neh­men bei­spiel­wei­se tritt anstel­le des For­schens für ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben das For­schen für eine opti­ma­le Kriegs­füh­rung.

Leid­tra­gen­de die­ser Ver­än­de­run­gen sind nicht nur die Stu­die­ren­den, son­dern die Gesell­schaft ins­ge­samt. Im Rah­men der Logik der Kos­ten­mi­ni­mie­rung und zeit­lich begrenz­ter For­schungs­auf­trä­ge wur­den Arbeits­ver­hält­nis­se zuneh­mend pre­ka­ri­siert, vom „Traum­job Wis­sen­schaft“ kann kei­ne Rede mehr sein. Durch die Refor­men an den Hoch­schu­len wur­de die Mit­spra­che der Stu­die­ren­den und der Beschäf­tig­ten wei­ter ein­ge­schränkt. Auf wesent­li­che Fra­gen, wie zum Bei­spiel ihr Arbeits­um­feld oder ihre For­schungs­schwer­punk­te, haben sie immer weni­ger Ein­fluss.

DIE LINKE steht für:

  • die Abkehr vom Kon­zept der Regel­stu­di­en­zeit und von Zwangs-Exma­tri­ku­la­tio­nen für Lang­zeit­stu­die­ren­de.
  • unbe­fris­te­te Stel­len für Dau­er­auf­ga­ben in For­schung, Leh­re und Ver­wal­tung mit tarif­li­chen Rege­lun­gen aller Arbeits­ver­hält­nis­se an Hoch­schu­len durch Abschaf­fung der Tarif­sper­re im wis­sen­schaft­li­chen Zeit­ver­trags­ge­setz.
  • die Ein­rich­tung von Beschäf­tig­ten­pools für wis­sen­schafts­un­ter­stüt­zen­des Per­so­nal, die unter­stüt­zen­den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern an Pro­jek­ten unbe­fris­te­te Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se ermög­li­chen.
  • För­der­pro­gram­me für die wis­sen­schaft­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on von Frau­en, Per­so­nen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund und Men­schen mit Han­di­cap.
  • Open-Access-Pflicht aller wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se nach dem Prin­zip von Open Data. Wis­sen, das mit Steu­er­mit­teln erar­bei­tet wur­de, muss allen zur Ver­fü­gung ste­hen.
  • ein gesetz­li­ches Ver­bot von Rüs­tungs­for­schung an den Hoch­schu­len im Land und die flä­chen­de­cken­de Ein­füh­rung von Zivil­klau­seln in den Sat­zun­gen aller Ein­rich­tun­gen. Mili­tä­risch rele­van­te Tech­no­lo­gi­en dür­fen nicht län­ger unter dem Deck­man­tel „zivi­le Sicher­heits­for­schung“ ent­wi­ckelt wer­den. For­schungs­ein­rich­tun­gen, Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len des Lan­des sol­len aus­schließ­lich fried­li­che Zwe­cke ver­fol­gen.
  • eine Initia­ti­ve zur Umge­stal­tung des BAföG. Es soll zu einer bedarfs­de­cken­den, eltern­un­ab­hän­gi­gen, rück­zah­lungs- und repres­si­ons­frei­en Stu­di­en­fi­nan­zie­rung wer­den.
  • die Erwei­te­rung der ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­ten Lehr- und Lern­mit­tel­frei­heit auf die Hoch­schu­len.
  • die öffent­li­che Finan­zie­rung der Hoch­schu­len anstatt der Ori­en­tie­rung auf wett­be­werb­lich und pri­vat ver­ge­be­ne Mit­tel.
  • den Mas­ter als Regel­ab­schluss an allen Hoch­schu­len. Dies bedeu­tet einen frei­en Zugang zum Mas­ter für Stu­die­ren­de als ers­ten Schritt zur Über­win­dung des Bache­lor-Mas­ter-Sys­tems und einen bedarfs­ge­rech­ten Aus­bau der Mas­ter­stu­di­en­gän­ge, die Ände­rung der Struk­tur­vor­ga­ben, die gewähr­leis­tet, dass in allen Stu­di­en­gän­gen ein ange­mes­se­ner Anteil der Lehr­ver­an­stal­tun­gen frei wähl­bar ist und so eine eige­ne Schwer­punkt­set­zung im Stu­di­um ermög­licht, sowie die Auf­he­bung der Begren­zung der Regel­stu­di­en­zeit.
  • die Öff­nung der Hoch­schu­len für Berufs­tä­ti­ge, zum Bei­spiel durch mehr Ange­bo­te für ein- und zwei­jäh­ri­ge Zusatz­aus­bil­dun­gen auf Mas­ter-Niveau.
  • eine inklu­si­ve und bar­rie­re­freie Hoch­schu­le.
  • die Abschaf­fung von Zulas­sungs­be­schrän­kun­gen, die Öff­nung der Hoch­schu­len auch für Men­schen ohne Abitur, den an der rea­len Nach­fra­ge ori­en­tier­ten Aus­bau der Stu­di­en­platz­ka­pa­zi­tä­ten sowie die Abschaf­fung sämt­li­cher Stu­di­en- oder Prü­fungs­ge­büh­ren.
  • den Aus­bau der sozia­len Infra­struk­tur und des stu­den­ti­schen Wohn­raums durch bes­se­re Finan­zie­rung der Stu­die­ren­den­wer­ke und die Ent­kom­mer­zia­li­sie­rung des Cam­pus.
  • eine Neu­fas­sung des Baye­ri­schen Hoch­schul­ge­set­zes. Wich­tig sind ins­be­son­de­re die inne­re Demo­kra­ti­sie­rung der Hoch­schu­le mit gesetz­li­cher Ver­an­ke­rung der Ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft als rechts­fä­hi­ge Teil­kör­per­schaft mit vol­ler Sat­zungs- und Finanz­au­to­no­mie, mit gesi­cher­ter Mit­glied­schaft aller Stu­die­ren­den und all­ge­mein­po­li­ti­schem Man­dat, die Abschaf­fung der Hoch­schul­rä­te, die Ein­füh­rung der Vier­tel­pa­ri­tät, die allen Sta­tus­grup­pen der Hoch­schu­le (Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren, Stu­die­ren­den, wis­sen­schaft­li­chem und wis­sen­schafts­un­ter­stüt­zen­dem Per­so­nal) die Mit­be­stim­mung sichert sowie die Abschaf­fung des Ein­spruchs­rechts der katho­li­schen Kir­che bei der Beset­zung von Lehr­stüh­len.
  • eine Frau­en­quo­te von 50 Pro­zent auf jeder Kar­rie­re­stu­fe und die Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­fes­so­rin­nen-Pro­gramms zu einem Pro­gramm für die För­de­rung von Frau­en auf allen Kar­rie­re­stu­fen.
  • die Wie­der­her­stel­lung der Tarif­au­to­no­mie für wis­sen­schaft­lich Beschäf­tig­te auch im Bereich Hoch­schu­le und For­schung und die Durch­set­zung guter Arbeits­be­din­gun­gen an den Hoch­schu­len. Dazu gehö­ren die Umwand­lung befris­te­ter Arbeits­ver­hält­nis­se in unbe­fris­te­te, ins­be­son­de­re im Plan­stel­len­be­reich und für den Mit­tel­bau, und tarif­li­che Arbeits­ver­hält­nis­se auch für stu­den­ti­sche Beschäf­tig­te, ins­be­son­de­re die längst überf.llige Erhö­hung ihrer Stun­den­löh­ne.
  • die Umwand­lung von Lehr­auf­trä­gen in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se.
  • die Öff­nung der Hoch­schu­len für Geflüch­te­te. Dafür müs­sen zusätz­li­che Stu­di­en­plät­ze geschaf­fen wer­den und im Aus­land erwor­be­ne Bil­dungs­ab­schlüs­se schnell und unbü­ro­kra­tisch aner­kannt wer­den. Die Auf­nah­me eines Stu­di­ums muss das Blei­be­recht sicher­stel­len und vor Abschie­bung schüt­zen.
  • ein Ver­bot für stu­den­ti­sche Ver­bin­dun­gen mit ras­sis­ti­schem, sexis­ti­schem und völ­ki­schem Hin­ter­grund, sich an der Hoch­schu­le zu betä­ti­gen.
Erwach­se­nen­bil­dung för­dern – Wei­ter­bil­dung aus­bau­en

Die Hoch­schul­po­li­tik hat unter dem Pos­tu­lat der Wett­be­werbs­för­de­rung, poli­tisch gesetz­ter Stand­ort­kon­kur­renz und ver­meint­li­cher Exzel­lenz­för­de­rung den Hoch­schul­all­tag radi­kal ver­än­dert. Dies betrifft nicht nur die Zusam­men­set­zung der Stu­die­ren­den, son­dern auch die ver­mit­tel­ten Inhal­te sowie den Cha­rak­ter des Stu­di­ums. So hat sich die sozia­le Aus­le­se an den Hoch­schu­len durch die Ein­füh­rung der Stu­di­en­ge­büh­ren nach­weis­lich ver­schärft und die Durch­läs­sig­keit des deut­schen Bil­dungs­sys­tems ein wei­te­res Mal ver­rin­gert. Zwar sind die Stu­di­en­ge­büh­ren für das Erst­stu­di­um in Bay­ern durch ein Volks­be­geh­ren erfolg­reich gekippt wor­den, aber durch real schrump­fen­de BAföG­Sät­ze steigt der sozia­le Druck, sodass Stu­die­ren­de aus gering­ver­die­nen­den Haus­hal­ten einer Dop­pel­be­las­tung durch Stu­di­um und Beruf aus­ge­setzt sind und immer häu­fi­ger von einem Stu­di­um abbre­chen müs­sen.

Auch die Umstel­lung von Diplom- und Magis­ter- auf Bache­lor- und Mas­ter­ab­schlüs­se im Rah­men der Bolo­gna-Reform hat­te ver­hee­ren­de Aus­wir­kung auf die Stu­di­en­si­tua­ti­on in Deutsch­land. Mit der Defi­ni­ti­on des Bache­lor zum ers­ten berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss wur­de fak­tisch eine wei­te­re Stu­fe der Selek­ti­on auf dem Weg zu einem wis­sen­schaft­li­chen Abschluss ein­ge­zo­gen; die Reform ist eine wei­te­re Bil­dungs­kür­zung. Statt der erhoff­ten För­de­rung von Mobi­li­tät der Stu­die­ren­den voll­zieht sich die Ein­schrän­kung von selbst­be­stimm­tem und kri­ti­schem Ler­nen und For­schen sowie der per­ma­nen­te Zwang zum Erwerb von Credit Points in strikt regu­lier­ten und modu­la­ri­sier­ten Stu­di­en­gän­gen und die unkri­ti­sche Stan­dar­di­sie­rung von Lehr- und Lern­in­hal­ten. abse­hen bzw. ihr Stu­di­um abbre­chen müs­sen.

Ver­schärft wird die­se Kri­se der Wis­sen­schaf­ten außer­dem durch das Leit­bild der „unter­neh­me­ri­schen Hoch­schu­le“. Anstatt die Auto­no­mie der Hoch­schu­len durch die öffent­li­che Aus­fi­nan­zie­rung sicher­zu­stel­len oder die kri­ti­sche Wis­sen­schaft zu för­dern, wer­den die­se zu einem per­ma­nen­ten Kon­kur­renz­kampf um die Ein­wer­bung von wett­be­werb­lich oder pri­vat ver­ge­be­nen Dritt­mit­teln gezwun­gen. Dies führt dazu, dass die Hoch­schu­len sich bei finanz­star­ken Unter­neh­men anbie­dern, Wis­sen­schaft auf rei­nes Ver­wer­tungs­wis­sen aus­rich­ten, inhalt­li­che und metho­di­sche Plu­ra­li­tät beschrän­ken und Lehr­in­hal­te unkri­tisch an die Ideo­lo­gie des „frei­en Mark­tes“ anpas­sen, wie etwa bei den Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten zu beob­ach­ten ist. Bei Koope­ra­tio­nen der Wis­sen­schaft mit Rüs­tungs­un­ter­neh­men bei­spiel­wei­se tritt anstel­le des For­schens für ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben das For­schen für eine opti­ma­le Kriegs­füh­rung.

Leid­tra­gen­de die­ser Ver­än­de­run­gen sind nicht nur die Stu­die­ren­den, son­dern die Gesell­schaft ins­ge­samt. Im Rah­men der Logik der Kos­ten­mi­ni­mie­rung und zeit­lich begrenz­ter For­schungs­auf­trä­ge wur­den Arbeits­ver­hält­nis­se zuneh­mend pre­ka­ri­siert, vom „Traum­job Wis­sen­schaft“ kann kei­ne Rede mehr sein. Durch die Refor­men an den Hoch­schu­len wur­de die Mit­spra­che der Stu­die­ren­den und der Beschäf­tig­ten wei­ter ein­ge­schränkt. Auf wesent­li­che Fra­gen, wie zum Bei­spiel ihr Arbeits­um­feld oder ihre For­schungs­schwer­punk­te, haben sie immer weni­ger Ein­fluss.

DIE LINKE steht für:
Wei­ter­bil­dung erhöht die Chan­cen auf Teil­ha­be in Gesell­schaft und Arbeits­welt. Sie wird durch tech­ni­sche Fort­schrit­te zu einer Not­wen­dig­keit für vie­le im beruf­li­chen bzw. per­sön­li­chen All­tag. Daher ist sie als Rechts­an­spruch gesetz­lich zu ver­an­kern. Ein breit gefä­cher­tes, flä­chen­de­cken­des Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot ist eine öffent­li­che Auf­ga­be. Wei­ter­bil­dung soll finan­zier­bar sein und darf nicht vom eige­nen Geld­beu­tel abhän­gen. Im öffent­lich geför­der­ten Teil der beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung müs­sen Erwerbs­lo­se sowie deren Qua­li­fi­ka­ti­ons­be­dürf­nis­se stär­ker im Mit­tel­punkt ste­hen. Die schnel­le Ver­mitt­lung in schlecht bezahl­te Jobs lehnt DIE LINKE ab. Lang­zeit­ar­beits­lo­se dür­fen nicht in Maß­nah­men gezwun­gen wer­den. Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­te mit Wahl­mög­lich­kei­ten sol­len eine tat­säch­li­che Ver­bes­se­rung der per­sön­li­chen und beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on – im Sin­ne aner­kann­ter Abschlüs­se – bie­ten.

Gesell­schaft, Unter­neh­men und Frei­staat müs­sen Mög­lich­kei­ten schaf­fen, beruf­li­che Arbeit, Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung und Wei­ter­bil­dung zu ver­bin­den. Daher sol­len fes­te Arbeits­ver­hält­nis­se in die­sem Bereich wie­der zur Regel wer­den. Beschäf­tig­te in der Wei­ter­bil­dung haben Anspruch auf eine ange­mes­se­ne Bezah­lung. Sie sind ent­spre­chend den tarif­li­chen Rege­lun­gen wie in ande­ren öffent­li­chen Bil­dungs­be­rei­chen zu bezah­len. Will­kür­li­che Befris­tun­gen oder schein­selbst­stän­di­ge Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se über Werk­ver­trä­ge lehnt DIE LINKE. Bay­ern ab.

Der Frei­staat soll die aus­rei­chen­de Finan­zie­rung von Per­so­nal­rä­te-Qua­li­fi­zie­run­gen sicher­stel­len sowie die Frei­stel­lung­s­tun­den bei Lehr­kräf­ten ein­pla­nen, die als Per­so­nal­rä­tin­nen und Per­so­nal­rä­te gewählt wor­den sind; deren Geneh­mi­gung darf nicht von der Kas­sen­la­ge abhän­gig sein. Für frei­be­ruf­lich täti­ge Lehr­kräf­te, die mit ihrem Hono­rar Aus­ga­ben wie Sozi­al­ver­si­che­rung, Aus­fall­zei­ten wegen Krank­heit, Urlaub, Auf­trags­aus­fall, Unter­richts- oder Semi­nar­vor­be­rei­tung usw. selbst tra­gen, setzt sich DIE LINKE für ein Min­dest­ho­no­rar von der­zeit 35 Euro pro Unter­richts­ein­heit zuzüg­lich des Arbeit­ge­ber­an­teils zur Sozi­al­ver­si­che­rung ein. Der Frei­staat Bay­ern soll über den Bun­des­rat die Initia­ti­ve ergrei­fen für die­se Beschäf­tig­ten­grup­pe den Zugang zur Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung zu ermög­li­chen.

Bil­dungs­ge­büh­ren in der Erwach­se­nen­wei­ter­bil­dung (zum Bei­spiel bei Volks­hoch­schu­len) müs­sen eben­so wie die Stu­di­en­ge­büh­ren ent­fal­len. Die Finan­zie­rung muss dabei vom Land über­nom­men wer­den, um die kom­mu­na­len Haus­hal­te nicht zu belas­ten und Ange­bots­ver­schlech­te­run­gen zu ris­kie­ren. Die Beschäf­tig­ten in pri­va­ten Erwach­se­nen­bil­dungs­ein­rich­tun­gen müs­sen min­des­tens nach Tarif­ver­trag des öffent­li­chen Diens­tes bezahlt wer­den. Wir set­zen uns für tarif­ge­bun­de­ne Arbeits­plät­ze in der Wei­ter­bil­dungs­bran­che ein. DIE LINKE lehnt den Trend zu ver­mehr­ter Pri­va­ti­sie­rung in der beruf­li­chen Bil­dung und der Erwach­se­nen- und Wei­ter­bil­dung ab.

 

DIE LINKE steht für:

  • aus­rei­chen­de finan­zi­el­le und per­so­nel­le Aus­stat­tung aller Berei­che der öffent­lich geför­der­ten Wei­ter­bil­dung.
  • den Erhalt und Aus­bau der Volks­hoch­schu­len sowie die Anhe­bung der VHS-För­de­rung durch den Frei­staat von der­zeit 0,45 Euro je Unter­richts­ein­heit und Teil­neh­mer auf min­des­tens einen Euro.
  • die Bereit­stel­lung öffent­li­cher Biblio­the­ken als Teil des Bil­dungs­auf­tra­ges der baye­ri­schen Ver­fas­sung und Pflicht­auf­ga­be der Kom­mu­nen sowie eine aus­rei­chen­de Betei­li­gung des Frei­staats an deren Finan­zie­rung.
  • die Ein­füh­rung eines Wei­ter­bil­dungs­ge­set­zes auch in Bay­ern, inklu­si­ve des Rechts auf einen min­des­tens zwei­wö­chi­gen gesetz­li­chen Bil­dungs­ur­laub.
  • ein Min­dest­ho­no­rar von der­zeit 35 Euro pro Unter­richts­ein­heit zuzüg­lich des Arbeit­ge­ber­an­teils zur Sozi­al­ver­si­che­rung für frei­be­ruf­lich täti­ge Lehr­kräf­te.
  • einen Wei­ter­bil­dungs­etat, der min­des­tens 1 Pro­zent des Bil­dungs­etats des Frei­staa­tes Bay­ern umfasst.
  • die Ein­füh­rung einer trä­ge­run­ab­hän­gi­gen Wei­ter­bil­dungs­be­ra­tung, die eine sub­jekt­ori­en­tier­te Bil­dungs­be­ra­tung garan­tiert.
Kita und Ele­men­tar­bil­dung, Jugend­hil­fe und Sozi­al­ar­beit

Bil­dung ist ein viel­schich­ti­ger, lebens­be­glei­ten­der Pro­zess, der bereits vor der Ein­schu­lung beginnt. Beson­ders wich­tig für die Ent­wick­lung sozia­ler Fähig­kei­ten ist die Ele­men­tar­bil­dung schon im frü­hen Kin­des­al­ter. Jedes Kind soll­te indi­vi­du­ell frei und zugleich mit ande­ren soli­da­risch auf­wach­sen. Kin­der­ta­ges­stät­ten (Kitas) sind unver­zicht­bar für den Abbau von Benach­tei­li­gun­gen beim Zugang zu schu­li­scher Bil­dung sowie für die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf. Das Baye­ri­sche Kin­der­bil­dungs­ge­setz (Bay­Ki­BiG) schafft kei­ne ange­mes­se­nen Vor­aus­set­zun­gen um die­ser Her­aus­for­de­rung gerecht zu wer­den. Der jet­zi­ge Anstel­lungs­schlüs­sel von 1:11,5 (Erzie­hen­de zu Kin­dern) gewähr­leis­tet kei­ne gute, päd­ago­gisch wert­vol­le Kin­der­be­treu­ung. Er ver­schlei­ert noch dazu die wirk­li­che Situa­ti­on, da er alle Per­so­nal­stun­den ins Ver­hält­nis zu den gebuch­ten Stun­den stellt und bis zu 30 Pro­zent der Zei­ten aus­klam­mert, die nicht mit Kin­dern ver­bracht wer­den. Es feh­len außer­dem die Zei­ten für Urlaub, Krank­heit, Fort­bil­dung, Frei­stel­lun­gen und ande­res. Für Kin­der unter 3 Jah­ren gilt pau­schal der Fak­tor zwei, ohne die rie­si­gen Ent­wick­lungs­un­ter­schie­de des Kin­des unter einem Jahr und von Drei­jäh­ri­gen zu berück­sich­ti­gen. Bei dem viel zu nied­ri­gen Basis­wert, von dem alle ande­ren Pau­scha­len abge­lei­tet sind, kann päd­ago­gi­sche Qua­li­tät von den Trä­gern nicht bezahlt wer­den. Dies kön­nen allen­falls rei­che Eltern.

Bay­ern liegt weit hin­ter dem in Euro­pa defi­nier­ten Betreu­ungs­schlüs­sel von 1:8 (bei unter Drei­jäh­ri­gen von 1:4), der die Vor­aus­set­zung für gute Früh­bil­dung ist. Das Modell der „Groß­ta­ges­pfle­ge“ bie­tet auch den Beschäf­tig­ten kei­ne siche­re Exis­tenz­grund­la­ge. Bei den hin­zu­kom­men­den gewerb­li­chen, gewinn­ori­en­tier­ten Trä­gern steht das Wohl der Kin­der nicht an ers­ter Stel­le.

Wir brau­chen in Bay­ern Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen, in denen Kin­der mit unter­schied­li­chem För­der­be­darf mit- und von­ein­an­der ler­nen. Die Ein­stel­lung einer heil­päd­ago­gi­schen Fach­kraft in jeder Kita ist hier­für eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung. Eltern soll­ten sich früh­zei­tig für eine För­de­rung in einer Kin­der­ta­ges­stät­te ent­schei­den kön­nen. Die Spra­chen­viel­falt in einer Grup­pe ist kein Han­di­cap; sie soll­te als Vor­teil wert­ge­schätzt wer­den. Kin­der­pfle­ge­rin­nen und Kin­der­pfle­ger, Erzie­he­rin­nen und Erzie­her sowie Sozi­al­päd­ago­gin­nen und — päd­ago­gen tra­gen im Umgang mit Kin­dern und Jugend­li­chen gro­ße Ver­ant­wor­tung. Sie brau­chen eine qua­li­fi­zier­te Aus­bil­dung, so zum Bei­spiel im Bereich der Dia­gnos­tik und der Sprach­för­de­rung sowie in der Zusam­men­ar­beit mit Eltern. Dazu bedarf es aus­rei­chen­der Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te und genü­gend Zeit um alle Kin­der indi­vi­du­ell för­dern zu kön­nen. In Bay­ern ist ins­be­son­de­re die Fach­kraft­quo­te von 50 Pro­zent zuguns­ten einer von 66 Pro­zent zu ver­bes­sern, wobei den Pfle­ge­rin­nen und Pfle­gern sowie den Eltern eine gro.zügige Wei­ter­bil­dung zu gewäh­ren ist. DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass alle Beschäf­tig­ten im Sozi­al- und Erzie­hungs­dienst (SuE) mehr ver­die­nen. Daher tritt DIE LINKE dafür ein, dass die För­der­richt­li­ni­en für die Trä­ger der Ein­rich­tun­gen im SuE-Bereich so geän­dert wer­den, dass eine Anhe­bung um min­des­tens eine Gehalts­stu­fe in den Tarif­ver­trä­gen des öffent­li­chen Diens­tes für alle Beschäf­tig­ten zur Grund­la­ge der För­der­richt­li­ni­en gemacht wird.

Die Zusam­men­ar­beit von Eltern, Kin­der- und Jugend­ar­beit, von Jugend­hil­fe und Schu­le, von Fach­kräf­ten der Schul‑, Heil- und Sozi­al­päd­ago­gik sowie the­ra­peu­ti­schen Kräf­ten ist not­wen­di­ger Bestand­teil inklu­si­ver Bil­dung und Erzie­hung. Dazu brau­chen wir per­so­nel­le und recht­li­che Vor­aus­set­zun­gen, aber auch ein gene­rel­les Umden­ken.

DIE LINKE steht für:

  • qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge und flä­chen­de­cken­de Ange­bo­te zur Ein­lö­sung des Rechts­an­spru­ches auf Betreu­ung von Kin­dern unter drei Jah­ren.
  • fle­xi­ble Betreu­ungs­zei­ten in Krip­pe und Kita von min­des­tens zehn Stun­den täg­lich.
  • die Schaf­fung von betreu­ungs­an­ge­bo­ten am Wochen­en­de und in den Nacht­stun­den für erwerbs­tä­ti­ge Eltern.
  • bar­rie­re­freie Kitas, damit Inklu­si­on zeit­nah umge­setzt wird, indi­vi­du­el­le, inklu­si­ve Betreu­ung für Kin­der mit son­der­päd­ago­gi­schem För­der­be­darf – das heißt Kin­der mit und ohne Behin­de­run­gen sol­len gemein­sam betreut und geför­dert wer­den. Dazu braucht man auch son­der­päd­ago­gi­sche Beglei­tung und Bera­tung im Grup­pen­all­tag, für die Erzie­he­rin­nen und Erzie­her und Eltern. Bei Bedarf wer­den dem Kind mit Behin­de­run­gen spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Erzie­he­rin­nen und Erzie­her zur Sei­te gestellt.
  • gutes und umfas­sen­des Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot für Erzie­he­rin­nen und Erzie­her sowie bezahl­te Vor- und Nach­be­rei­tungs- und Doku­men­ta­ti­ons­zeit für päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te im früh­kind­li­chen Bereich.
  • gesun­de und kos­ten­freie Mahl­zei­ten für die Kin­der in allen Ein­rich­tun­gen, denn wer Hun­ger hat, spielt und lernt nicht mit.
  • flä­chen­de­ckend inklu­si­ve gebüh­ren­freie Tages­ein­rich­tun­gen mit dem dafür erfor­der­li­chen Per­so­nal und die Abschaf­fung des der­zei­ti­gen auf Per­so­nal­ein­spa­rung aus­ge­rich­te­ten Sys­tems der Buchungs­zei­ten (Bay­Ki­BiG) zuguns­ten eines päd­ago­gisch sinn­vol­len Gesamt­bil­dungs­kon­zepts; in einem ers­ten Schritt soll für das ers­te Kita-Jahr ein Rechts­an­spruch auf kos­ten­frei­en Zugang geschaf­fen wer­den.
  • die Ein­grup­pie­rung von Kin­der­pfle­ge­rin­nen und ‑pfle­gern in S 6 statt S 4 und von Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern in S 8 statt S 6.
  • die sofor­ti­ge Erhö­hung des Grund­be­treu­ungs­schlüs­sels auf 1:10 (eine Erzie­hungs­per­son für maxi­mal zehn Kin­der), mit­tel­fris­tig auf 1:8, bei bis zu Drei­jäh­ri­gen auf 1:3 sowie die Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung der päd­ago­gi­schen Arbeit, unter ande­rem durch Weg­fall von Beob­ach­tungs­bö­gen und ande­rer ein­sei­tig gefor­der­ter sta­tis­ti­scher Leis­tun­gen ohne Per­so­nal­aus­gleich.
  • ein ange­mes­se­nes Ver­hält­nis für Kin­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund und für Kin­der aus schwie­ri­gen sozia­len Lagen sowie kom­pe­ten­te inter­kul­tu­rel­le Erzie­hung.
  • den Weg­fall staat­li­cher För­de­rung gewinn­ori­en­tier­ter Kin­der­ta­ges­stät­ten sowie ein flä­chen­de­cken­des Ange­bot nicht reli­gi­ös gebun­de­ner Kin­der­ta­ges­stät­ten.
Zugang zu Bil­dung für alle, auch digi­tal

Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet die Chan­ce, vie­len Men­schen einen schnel­len Zugang zu Infor­ma­tio­nen zu ermög­li­chen. Das geschieht aber nicht von selbst, son­dern muss durch­ge­setzt wer­den. Die Bil­dung eines kri­ti­schen Ver­stan­des und die Fähig­keit, Wirk­lich­keit und Erfin­dung zu unter­schei­den, sind Zie­le einer moder­nen Medi­en­päd­ago­gik und schüt­zen zum Bei­spiel auch vor zum Bei­spiel Cyber­mob­bing. Die natür­li­chen Lern­or­te dafür sind Kin­der­gär­ten, Hor­te und Schu­len.

Wir wol­len stär­ker Kom­pe­ten­zen im Bereich Medi­en und Infor­ma­ti­on ver­mit­teln. Ein selbst­be­stimm­ter und kri­ti­scher Umgang mit digi­ta­len Tech­no­lo­gi­en und dem Inter­net sind mit Bil­dung ver­bun­den.

Für die­se Zie­le steht DIE LINKE:

  • Der Aus­bau der IT muss ein­her­ge­hen mit der Aus­bil­dung und mit Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten für Lehr­amts­stu­die­ren­de und die akti­ven Lehr­kräf­te.
  • Digi­ta­le Medi­en dür­fen nicht zum Ein­falls­tor für Pri­va­ti­sie­rung der Bil­dung durch pri­va­te kom­mer­zi­el­le Anbie­ter, Unter­neh­men oder Ver­la­ge sein. In Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ein­ge­setz­te Soft­ware soll­te Freie Soft­ware sein, die Hard­ware soll­te nach Mög­lich­keit offen spe­zi­fi­ziert sein.
  • Wir wol­len, dass jedes Kind ein mobi­les End­ge­rät als Teil der Bil­dungs­aus­stat­tung zur Ver­fü­gung hat und früh­zei­tig und regel­mä­ßig mit den Prin­zi­pi­en der digi­ta­len Tech­no­lo­gi­en (etwa Funk­ti­ons­wei­se von Spei­chern, Sen­so­ren, Pro­gram­mier­kennt­nis­sen) ver­traut gemacht wird. Des­halb brau­chen Schu­len kos­ten­lo­se Leih­ge­rä­te für alle, die sich selbst kei­nes leis­ten kön­nen.
  • Medi­en­kom­pe­tenz soll f.cherübergreifend Teil des Lehr­plans wer­den. Kin­der sol­len den siche­ren Umgang mit jour­na­lis­ti­schen Quel­len ler­nen und Nach­rich­ten in einen Kon­text ein­ord­nen kön­nen. Ihnen soll gezeigt wer­den, wie Inhal­te in ver­schie­de­nen Medi­en erstellt wer­den und wie die­se zum Bei­spiel bei Wer­bung ver­su­chen, die Kon­su­men­ten zu beein­flus­sen.
  • Unter­richts­ma­te­ria­li­en und Schul­bü­cher sol­len zusätz­lich in digi­ta­ler Form für Schü­le­rin­nen und Schü­ler bereit­ge­stellt wer­den.
  • Die IT-Infra­struk­tur an Schu­len muss durch Fach­per­so­nal betreut wer­den. Ent­spre­chen­de Plan­stel­len sol­len kurz- und mit­tel­fris­tig geschaf­fen wer­den.
  • Die IT-Infra­struk­tur aller Schu­len und Hoch­schu­len muss mit schnel­len und leis­tungs­fä­hi­gen Breit­band­an­schlüs­sen, WLAN für alle und einer zeit­ge­mä­ßen Hard- und Soft­ware-Aus­stat­tung aus­ge­baut wer­den.

Du ver­än­derst die Welt

Enga­gie­re dich für Frie­den, Umwelt, Demo­kra­tie und sozia­le Gerech­tig­keit

Ver­an­stal­tun­gen und Ter­mi­ne

Ver­an­stal­tungs­ka­len­der