Neue Wege für Gesund­heit & Pfle­ge!


Neue Wege für

Gesund­heit & Pfle­ge!

MEHR Pfle­ge hat schon vie­le geheilt, Pro­fit­gier noch nie­man­den

 

In der Pfle­ge herrscht seit vie­len Jah­ren Not­stand. DIE LINKE. Bay­ern setzt sich für Ärz­te­häu­ser auf dem Land ein und bringt ein Gesetz für bes­se­re Bedin­gun­gen in der Pfle­ge in den Land­tag ein.Wir wol­len zusam­men mit Ihnen 15.000 zusätz­li­che Pfle­ge­stel­len in den baye­ri­schen Kli­ni­ken schaf­fen. Dazu lei­ten wir ein Volks­be­geh­ren in die Wege!

Die Zustän­de in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und den Kran­ken­häu­sern sind kata­stro­phal: Der Pfle­ge­not­stand führt bereits jetzt zu tau­sen­den ver­meid­ba­ren Todes­fäl­len im Kran­ken­haus. Allein im Frei­staat feh­len laut Anga­ben der Gewerk­schaft ver.di weit über 10 000 Stel­len in der Pfle­ge. Die Zah­len von

Über­las­tungs­an­zei­gen der Beschäf­tig­ten, aber auch die Behand­lungs­feh­ler in den Kli­ni­ken neh­men zu. In Deutsch­land muss eine Pfle­ge­kraft im Schnitt zehn Pati­en­ten gleich­zei­tig betreu­en, wäh­rend es etwa in der Schweiz nur sechs, in den Nie­der­lan­den fünf oder in Nor­we­gen nur vier sind. Ver­schärft wur­den die Nöte gera­de von kom­mu­na­len Kran­ken­häu­sern durch die Unter­fi­nan­zie­rung sei­tens des Frei­staats bei den Inves­ti­tio­nen. Dies erhöht den Druck – mit fata­len Fol­gen: Not­wen­di­ge Reno­vie­rungs­ar­bei­ten müs­sen aus Per­so­nal­mit­teln finan­ziert wer­den, was den Pfle­ge­not­stand ver­schärft und unmit­tel­bar die Gesund­heit und das Leben der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bedroht. Medi­zi­ni­sche Aus­stat­tun­gen sind ver­al­tet, Kran­ken­haus­bau­ten maro­de. Die zusätz­li­chen finan­zi­el­len Belas­tun­gen und der Zwang, „markt­ori­en­tiert“ zu arbei­ten, füh­ren zu Pri­va­ti­sie­run­gen und Schlie­ßun­gen von Abtei­lun­gen oder gan­zen Häu­sern, beson­ders im länd­li­chen Raum. In nur vier Jah­ren zwi­schen 2013 und 2016 schlos­sen zwölf Kli­ni­ken im Frei­staat. Für 2018 pro­gnos­ti­ziert die Baye­ri­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft für rund die Hälf­te der Kli­ni­ken im Frei­staat ein Defi­zit – mehr als je zuvor.

DIE LINKE. Bay­ern steht für eine siche­re Kran­ken­haus­ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung, auch in dünn besie­del­ten Regio­nen. Wir wol­len den Per­so­nal­not­stand in der Pfle­ge auf­lö­sen und Kom­mu­nen ent­las­ten.

Kon­kret for­dern wir:

  • die Erhö­hung der Inves­ti­tio­nen des Frei­staats in Kli­ni­ken auf das Niveau von 2002 unter Berück­sich­ti­gung der Infla­ti­on: Wir wol­len 800 Mil­lio­nen Euro für Bau, Sanie­rung und medi­zi­ni­sche Aus­stat­tung der baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser ein­set­zen. Die­se Sum­me ist in künf­ti­gen Jah­ren an die Infla­ti­ons­ra­te zu kop­peln.
  • dass Bay­ern eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve für die Zurückdr.ngung der Fall­pau­scha­len und für eine bedarfs­ge­rech­te Finan­zie­rung der Kran­ken­häu­ser ein­bringt.
  • die Rück­füh­rung von pri­va­ti­sier­ten Kran­ken­häu­sern in öffent­li­che Hand sowie die regio­na­le Zusam­men­ar­beit von Kran­ken­häu­sern und Kli­nik­trä­gern, wozu eine För­de­rung durch die Staats­re­gie­rung anzu­stre­ben ist.
  • mehr Qua­li­tät für die Pfle­ge: Der rui­nö­se Wett­be­werb unter Kli­ni­ken auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten und der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten muss gestoppt wer­den. Wir sehen einen Mehr­be­darf von 15 000 zusätz­li­chen Stel­len für die Pfle­ge in Bay­ern. Der Frei­staat Bay­ern soll daher eine ver­bind­li­che Per­so­nal­be­mes­sung in das Baye­ri­sche Kran­ken­haus­ge­setz auf­neh­men und auf einen höhe­ren Stel­len­schlüs­sel in der Alten­pfle­ge hin­wir­ken.
    gesetz­li­che Min­dest­stan­dards bei der Pfle­ge und deren Per­so­nal­aus­stat­tung. Es muss genü­gend Pfle­ge­per­so­nal da sein, um alle tat­säch­lich anfal­len­den Auf­ga­ben gut bewäl­ti­gen zu kön­nen.
  • einen Pfle­ge­min­dest­lohn — beson­ders wich­tig in der Alten­pfle­ge — in Höhe von 14,50 Euro in der Stun­de. So leis­ten wir einen Bei­trag zur Behe­bung des Fach­kräf­te­man­gels in Pfle­ge­be­ru­fen.

 

Allein seit 2009 muss­ten 35 Geburts­sta­tio­nen in Bay­ern schlie­ßen. Zahl­rei­che wei­te­re Ein­rich­tun­gen ste­hen auf der Kip­pe. Die Zahl der prak­ti­zie­ren­den Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger nimmt ab – und das bei stei­gen­den Gebur­ten­zah­len. Im schwä­bi­schen Dil­lin­gen an der Donau und anders­wo müs­sen 2018 auf­grund des Man­gels an Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger Geburts­hil­fe­sta­tio­nen für meh­re­re Mona­te geschlos­sen wer­den. Eine Nach­sor­ge im Wochen­bett ist vie­ler­orts im Frei­staat nicht mehr gewähr­leis­tet. Die Staats­re­gie­rung darf sich nicht aus der Ver­ant­wor­tung steh­len: Sie ist zustän­dig für die Kran­ken­haus­pla­nung und ver­ant­wor­tet die lücken­haf­te Geburts­ver­sor­gung in Bay­ern.

DIE LINKE will, dass Kin­der gut umsorgt zur Welt kom­men. Wir ste­hen für den Erhalt der Geburts­sta­tio­nen und für mehr Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger. Eltern sol­len die Wahl haben, wo sie ihr Kind zur Welt brin­gen, und das wohn­orts­nah.

Das errei­chen wir durch:

  • 100 Mil­lio­nen Euro für die Siche­rung von Geburts­sta­tio­nen im länd­li­chen Raum. Die Aus­bil­dung von Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger durch kom­mu­na­le Kran­ken­haus­trä­ger fin­det dabei beson­de­re Berück­sich­ti­gung.
  • einen baye­ri­schen Haft­pflicht­fonds in Höhe von 7 Mil­lio­nen Euro jähr­lich, um die Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger unab­hän­gig von pri­va­ten Ver­si­che­run­gen zu machen, womit für die Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen der Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger end­lich eine grund­le­gen­de Lösung gefun­den wird.
  • Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger kön­nen ers­ter Ansprechort für Schwan­ge­re und die Schwan­ge­ren­vor­sor­ge sein – wie in den Nie­der­lan­den. Die­ses Ver­ständ­nis eines neu­en Berufs­bil­des soll­te sich auch in der Ver­gü­tung nie­der­schla­gen. So ent­las­ten wir die baye­ri­schen Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­ger bei den Ver­si­che­rungs­kos­ten jeweils um 180 Euro im Monat.

Nir­gend­wo sind nie­der­ge­las­se­ne Ärz­tin­nen und Ärz­te so ungleich ver­teilt wie in Bay­ern. Im mit­tel­frän­ki­schen Land­kreis Ans­bach herrscht mit der größ­te Ärz­te­man­gel West­deutsch­lands. Auch Regio­nen im Baye­ri­schen Wald, in der Ober­pfalz, der Rhön oder Ober­fran­ken gel­ten als akut oder dro­hend unter­ver­sorgt. Das Durch­schnitts­al­ter der Land­ärz­tin­nen und ‑ärz­te liegt vie­ler­orts um die 60 Jah­re. Wenn wir nicht gegen­steu­ern, haben wir in Kür­ze ein mas­si­ves Pro­blem bei der ambu­lan­ten Ver­sor­gung der Men­schen in vie­len Tei­len des Frei­staats.

Der­weil macht sich beson­ders in Groß­städ­ten der Man­gel an Kin­der­ärz­tin­nen und ‑ärz­ten bemerk­bar: Wochen­lan­ge War­te­zei­ten sind in man­chen Münch­ner Stadt­be­zir­ken kei­ne Sel­ten­heit. DIE LINKE will gleich­wer­ti­ge Ver­sor­gung in Stadt und Land schaf­fen.

Wir set­zen uns kon­kret ein für:

  • kom­mu­na­le Ärz­te­häu­ser in unter­ver­sorg­ten Regio­nen. Städ­te und Gemein­den sol­len für den Eigen­be­trieb finan­zi­ell und orga­ni­sa­to­risch ertüch­tigt wer­den. Der länd­li­che Raum wird für jun­ge Medi­zi­ne­rin­nen und Medi­zi­ner durch Weg­fall des Ver­wal­tungs­auf­wands attrak­tiv. Es bleibt mehr Zeit für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten. Dafür pla­nen wir für die kom­men­de Legis­la­tur­pe­ri­ode eine Land­arzt­för­de­rung für Kom­mu­nen in Höhe von 200 Mil­lio­nen Euro ein.
  • die Siche­rung und den Aus­bau der Ver­sor­gung durch Fach- und Kin­der­ärz­te in wirt­schaft­lich schlech­ter gestell­ten Vier­teln der baye­ri­schen Groß­städ­te.
  • eine flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung mit Psy­cho­the­ra­peu­tin­nen und ‑the­ra­peu­ten, Phy­sio­so­wie Ergo­the­ra­peu­tin­nen und ‑the­ra­peu­ten, Logo­pä­din­nen und Logo­pä­den, Podo­lo­gin­nen und Podo­lo­gen, Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern sowie Apo­the­ken.
  • eine Bedarfs­pla­nung in Mün­chen, Nürn­berg, Augs­burg und wei­te­ren Ober­zen­tren, die nicht mehr wie bis­her stadt­weit, son­dern punkt­ge­nau auf Quar­tie­re bezo­gen ist.
  • ein baye­ri­sches Prä­ven­ti­ons­ge­setz. Damit garan­tie­ren wir, dass nie­mand in Bay­ern auf­grund des sozia­len Sta­tus von medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen aus­ge­schlos­sen wird. In die­sem Rah­men wol­len wir zudem die regio­na­le Zusam­men­ar­beit bei der Gesund­heits­ver­sor­gung stär­ker för­dern als bis­lang (Aus­bau von Kom­pe­ten­zen der „Gesund­heits­re­gio­nen Plus“).
  • das Ende der Zwei-Klas­sen-Medi­zin: DIE LINKE wird im Land­tag eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve Bay­erns für eine soli­da­ri­sche Gesund­heits­ver­si­che­rung bean­tra­gen, in die auch Beam­tin­nen und Beam­te und Abge­ord­ne­te ein­zah­len. So kann der Bei­trags­satz von der­zeit durch­schnitt­lich 15,7 Pro­zent (2017) dau­er­haft auf unter 12 Pro­zent abge­senkt wer­den, ohne Leis­tun­gen zu kür­zen. Wir for­dern eine Aus­wei­tung des Leis­tungs­ka­ta­lo­ges der gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV), z.B. Ver­pflich­tung von Kran­ken­häu­sern zur Nach­be­hand­lung von Trans­se­xu­el­len.

Beim baye­ri­schen Heim­ge­setz ist eine Novel­lie­rung not­wen­dig, die den Inter­es­sen der Betrof­fe­nen gerecht wird. Damit sol­len die Selbst­stän­dig­keit der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner, eine huma­ne Pfle­ge und ein effek­ti­ver Schutz der Schwa­chen sowie gute Arbeits­be­din­gun­gen zu guten Löh­nen für die Beschäf­tig­ten nach­prüf­bar geschaf­fen wer­den.

DIE LINKE steht für:

  • einen Per­so­nal­schlüs­sel, der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­nern ein Leben in Wür­de ermög­licht.
  • Für 20 pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen müs­sen mit­tel­fris­tig zehn Pfle­ge­kräf­te ein­ge­setzt wer­den.
  • die ange­mes­se­ne und dem öffent­li­chen Dienst ver­gleich­ba­re Ent­loh­nung der Tätig­keit der Pfle­ge­kräf­te und einen Pfle­ge­min­dest­lohn von 14,50 Euro.
  • die Her­stel­lung voll­stän­di­ger Kos­ten­trans­pa­renz im Pfle­ge­be­reich.
  • die kom­plet­te .ber­füh­rung des Pfle­ge­we­sens in gemein­nüt­zi­ge, genos­sen­schaft­li­che, kom­mu­na­le oder staat­li­che Ver­ant­wor­tung.
  • den Aus­bau ambu­lan­ter Struk­tu­ren in der Pfle­ge mit ent­spre­chen­der finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung der betreu­en­den Fami­lie.
  • die Sicher­stel­lung von Ange­bo­ten für eine pro­fes­sio­nel­le Ver­sor­gung, um die pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen zu ent­las­ten.
  • demo­kra­tisch gewähl­te Heim­bei­rä­te mit ech­ten Mit­be­stim­mungs­rech­ten, damit die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner, ihre Ange­hö­ri­gen bzw. Betreue­rin­nen und Betreu­er Ein­fluss auf sie betref­fen­de Ent­schei­dun­gen neh­men kön­nen.
  • die Stär­kung der Rech­te von Beschäf­tig­ten in Pri­vat­haus­hal­ten; Kon­trol­len und arbeits­recht­li­che Unter­stüt­zung müs­sen aus­ge­wei­tet wer­den.
  • die flä­chen­de­cken­de Ein­rich­tung von Beschwer­de­stel­len; die­se sind durch Land, Kom­mu­nen und die jewei­li­gen Trä­ger zu finan­zie­ren.
  • die Vor­beu­gung und Ver­hin­de­rung von Miss­stän­den in Pfle­ge­hei­men durch ech­te und effek­ti­ve Kon­trol­len.

Das von der gegen­wär­ti­gen Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung dem Land­tag zuge­lei­te­te Baye­ri­sche Psy­chisch-Kran­ken-Hil­fe-Gesetz (BayP­sychKHG) atmet den Geist obrig­keits­staat­li­cher Ver­wahr- und  Über­wa­chungs-Ideo­lo­gie. Weder die Inter­es­sen psy­chisch kran­ker Men­schen und deren Schutz noch das Inter­es­se einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft an Reha­bi­li­ta­ti­on und Reso­zia­li­sie­rung wer­den gewahrt. In einer neu­en gesetz­li­chen Rege­lung muss der Fokus auf Hil­fe – wie im Namen schon nahe­ge­legt – und nicht wie im vor­lie­gen­den Ent­wurf auf Gewalt, Zwangs­mit­tel und lücken­lo­ser Über­wa­chung lie­gen. Unser Grund­satz: Men­schen in schwe­ren psy­chi­schen Kri­sen­si­tua­tio­nen soll umfas­sen­de Hil­fe zuteil­wer­den. Zwang und Gewalt in der Behand­lung sind letz­tes Mit­tel – also tat­säch­li­che Aus­nah­me und ech­te Ulti­ma Ratio – und sol­len durch die Ent­wick­lung von Alter­na­ti­ven mit­tel- und lang­fris­tig redu­ziert wer­den, um nach­hal­ti­ge Behand­lungs­er­fol­ge zu erzie­len. Vor allem im Unter­brin­gungs­teil wer­den die Betrof­fe­nen in stig­ma­ti­sie­ren­der Wei­se in die Nähe von Straf­tä­tern gerückt und die Beto­nung auf das Ver­hin­dern von „Miss­brauch“ gelegt. Bei­spie­le: der „Miss­brauch des Schrift­wech­sels“, „Miss­brauch reli­giö­ser Schrif­ten“, „Miss­brauch ein­ge­räum­ter Frei­hei­ten“, „Miss­brauch im Rah­men von Belas­tungs­pro­ben“. Allein die­ser Sprach­ge­brauch zeigt schon eine mora­li­sie­ren­de und ent­wer­ten­de Vor­ver­ur­tei­lung.

Psych­ia­tri­sche Hil­fe und der Bereich Forensik/Maßregelvollzug müs­sen völ­lig geson­dert betrach­tet wer­den – hier wer­den bei­de Berei­che oft in einem Atem­zug genannt – also sind alle zumin­dest ten­den­zi­el­le Straf­tä­ter und sind so zu behan­deln. Die­ser Geist zeigt sich auch in den wei­te­ren Absät­zen: Es wer­den „Wei­sun­gen“ erteilt – statt Abspra­chen zu tref­fen, „Durch­su­chun­gen“ und die „Andro­hung unmit­tel­ba­ren Zwangs“ – statt Ankün­di­gung. Die­se Begriff­lich­keit – die Bei­spie­le lie­ßen sich fort­set­zen – ent­stammt einer obrig­keits­staat­li­chen Poli­zei­spra­che und gehört nicht in den Bereich psych­ia­tri­scher Hil­fen! Unter­brin­gungs­vor­aus­set­zun­gen, die Mög­lich­keit von Durch­su­chun­gen, Video­über­wa­chung, Siche­rungs- und Zwangs­maß­nah­men schaf­fen in psych­ia­tri­schen Kran­ken­häu­sern die Atmo­sphä­re von Gefäng­nis­sen.

Die Kon­troll­wut baye­ri­scher Obrig­keit zeigt sich auch in der vor­ge­se­he­nen umfas­sen­den Unter­brin­gungs­da­tei, was vor allem nach einer Unter­brin­gung zu gra­vie­ren­den Nach­tei­len füh­ren kann. Ins­be­son­de­re dür­fen Daten über ver­gan­ge­ne Unter­brin­gung und Dia­gno­sen nicht — wie vor­ge­se­hen — für Poli­zei- und Kreis­ver­wal­tungs­be­hör­den zugäng­lich gemacht wer­den. Glei­ches gilt für die Benach­rich­ti­gung der Poli­zei bei Ent­las­sung. Hier fin­det eine Stig­ma­ti­sie­rung statt – es wird gene­rell unter­stellt, dass auf­grund der Vor­er­kran­kung eine hohe Gewalt­be­reit­schaft bestehe. Dafür steht DIE LINKE: Ein Blick in die deut­sche Geschich­te mit dem gräss­li­chen Miss­brauch staat­li­cher psych­ia­tri­scher Macht, vor allem in der Zeit des NS-Faschis­mus, muss uns bei die­sem Gesetz auf­hor­chen las­sen. Daher sind wir für ein Gesetz, durch das psy­chisch kran­ken Men­schen gehol­fen wird, ihre Gene­sung geför­dert wird und der Schutz der Gesell­schaft durch Reha­bi­li­ta­ti­on und nicht durch Zwang und Gewalt gewahrt wird. Wir sehen als Visi­on eine gewalt­freie­re Psych­ia­trie, die den  Betrof­fe­nen umfas­sen­de Hil­fe zuteil­wer­den lässt, in der Zwangs- und Kon­troll­maß­nah­men ein­schließ­lich einer Zwangs­me­di­ka­ti­on nur das aller­letz­te Mit­tel sind. Dem staat­li­chen Kon­troll­wahn mit all­um­fas­sen­den Daten und ihrer Ver­net­zung set­zen wir ein Modell mit weni­gen Basis­da­ten ent­ge­gen, die allei­ne der Auf­sichts­be­hör­de zuste­hen und am Tag nach Been­di­gung einer Unter­brin­gung gänz­lich gelöscht wer­den. Daten über ver­gan­ge­ne Unter­brin­gung und Dia­gno­sen sowie die gänz­li­che Ent­las­sung wer­den nicht an Poli­zei und Kreis­ver­wal­tun­gen wei­ter­ge­lei­tet. Ein Zurück in die „Dreh­tü­ren-Psych­ia­trie“ darf es nicht geben, denn jeder Mensch hat das Recht auf einen Neu­an­fang! Hin­ge­gen ist es erfor­der­lich, ein zen­tra­les, stan­dar­di­sier­tes, aber anony­mes Mel­de­re­gis­ter für frei­heits­ent­zie­hen­de Maß­nah­men, Zwangs­maß­nah­men und eine Todes­fall-Sta­tis­tik ein­zu­füh­ren. Die Rechts­si­cher­heit der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wird durch einen Pati­en­ten­an­walt geschützt, der auch pro­ak­tiv tätig wer­den kann. Eben­so brau­chen wir gestärk­te Besu­cher­kom­mis­sio­nen und unab­hän­gi­ge Beschwer­de­stel­len. Die Besuchs­mög­lich­kei­ten durch Fami­lie, Part­ne­rin­nen und Part­ner sowie Freu­din­nen und Freun­de müs­sen auf min­des­tens eine Stun­de täg­lich aus­ge­wei­tet wer­den, statt wie vor­ge­se­hen nur eine Stun­de in der Woche. Ein­schrän­kung und Über­wa­chung von Besu­chen muss streng regle­men­tiert wer­den.

Gene­sung ist die wich­tigs­te Gewalt­prä­ven­ti­on. Wir sind daher für mög­lichst offe­ne Sta­tio­nen, milieu­ty­pi­sche Behand­lun­gen und eine ins­ge­samt zwangs- und gewalt­freie psych­ia­tri­sche Pra­xis.

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